Frankreich Ermittlungen gegen Top-Leichtathletin
Bobigny - Nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung des Leichtathletik-Stars Eunice Barber mit der Polizei ist die Staatsanwaltschaft der Pariser Vorstadt Bobigny aktiv geworden. Wie die Behörde heute mitteilte, werde gegen die Sportlerin wegen der Gefährdung Dritter, Beamtenbeleidigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt ermittelt.
Barber war Mitte März nahe des Stade de France bei Paris von Polizisten angehalten worden, als sie in eine abgesperrte Straße gefahren war. Danach war es zu einem Handgemenge mit den Beamten gekommen, beide Seiten gaben sich die Schuld. Die 31-jährige Barber hatte ihrerseits Klage gegen die Polizisten eingereicht.
Für die Staatsanwaltschaft rechtfertigt nach ersten Nachforschungen jedoch "nichts die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen Polizisten". Barber hatte angegeben, ein Polizist habe sie sofort nach dem Stopp des Autos geohrfeigt. Die aus Sierra Leone stammende Spitzensportlerin hatte zugegeben, einen Polizisten gebissen zu haben. Zuvor hätten ihr aber Beamten Arme und Beine verdreht. Sie sei dann zu Boden geworfen worden, wobei ihr ein Polizist den Fuß auf das Genick gestellt habe.
Nach dem Vorfall war Barber für sieben Tage arbeitsunfähig geschrieben worden. Polizeiangaben zufolge liegen Bilder von Überwachungskameras vor, welche die Darstellung der Beamten von den Ereignissen "teilweise" bestätigen.
str/AFP