Frankreich Häftlinge flohen im Hubschrauber
Moulins - Der Hubschrauber wurde später verlassen bei dem Ort Marclopt gefunden, der durch eine Kugel verwundete Pilot bei Neuilly-le-Real. Unklar blieb zunächst, ob der Pilot durch Schüsse der Wärter verletzt worden war. Auch die genauen Umstände der Flucht waren zunächst noch nicht geklärt. Bei den entflohenen Gefangenen handelt es sich nach den Angaben um einen zu lebenslanger Haft verurteilten Häftling und zwei weitere Männer, die jeweils noch längere Haftstrafen zu verbüßen hatten. Sie hatten nach Angaben der Gefängnisleitung ein Gitter im sozio-kulturellen Bereich der Anstalt durchgesägt und waren so aufs Dach gelangt.
Vor acht Jahren hatte das Gefängnis in Moulins-Yzeure schon einmal Schlagzeilen gemacht: Damals wurde eine Geiselnahme mit einem Tränengaseinsatz der Polizei beendet. Rund 170 Häftlinge hatten mehr als 20 Gefängnisbedienstete in ihrer Gewalt gehalten und die Innenräume der Anstalt total verwüstet. Vor dem jüngsten Ausbruchversuch per Helikopter waren im Juni 1999 mehrere Häftlinge auf ähnliche Weise entwischt.
Derartige Befreiungsaktionen hat es in Frankreich seit 1986 bereits acht Mal gegeben. Die spektakulärste davon, bei dem am 26. Mai 1986 die Freundin des damals geflohenen Gangsters den Ausbruch organisiert hatte, war später verfilmt worden. Zahlreiche französische Gefängnisse wurden mittlerweile durch Netze gegen Ausbruchversuche auf dem Luftweg gesichert. Auch die Haftanstalt in Moulins-Yzeure hatte ein derartiges Netz über dem Sportplatz und dem Gelände für den Freigang der Häftlinge.