Frankreich: "Heute könnten wir eine Jahrhundertflut erleben" - DER SPIEGEL
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Frankreich "Heute könnten wir eine Jahrhundertflut erleben"

Noch immer steigt der Wasserpegel der Rhone. Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern nähern sich. Die französische Regierung befürchtet im Südosten des Landes ein Jahrhunderthochwasser. Auch in Spanien gibt es Unwetterwarnungen.
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Lyon/Madrid - Bislang kamen in den Fluten in Frankreich mindestens drei Menschen ums Leben, rund 4000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In den Überschwemmungsgebieten entlang der Rhone von Lyon nach Marseille erwarteten die Behörden heute die höchsten Pegel. Zudem warnten sie vor Sturmböen an der Mittelmeerküste mit Geschwindigkeiten bis zu 150 Kilometer in der Stunde.

"Heute könnten wir eine Jahrhundertflut erleben", sagte ein Regierungssprecher dem Radiosender Europe 1. "Wir müssen alle unsere Kräfte mobilisieren." Da der Regen nach Westen abzieht, warnten die Behörden auch vor Überschwemmungen in den Pyrenäen. Im Laufe des Tages wollte sich Präsident Jacques Chirac in der Zentrale der Einsatzkräfte in Valabre ein Bild von der Lage in er Region machen.

Die schwersten Überschwemmungen in der Region seit Jahrzehnten haben mehrere Autobahnen und Bahnstrecken westlich von Lyon unterbrochen. Nach Angaben des Umweltministeriums sind rund 4000 Feuerwehrleute, 100 Soldaten und acht Hubschrauber im Einsatz. Als Vorsichtsmaßnahme wurden Atomreaktoren abgeschaltet. Ein Wiederanfahren hänge vom Verlauf des Hochwassers ab, erklärt die zuständige Regierungsbehörde.

Die spanischen Behörden haben wegen Schnee- und Regenfällen für weite Teile Nordspaniens heute ebenfalls Unwetterwarnungen gegeben. Auf den Ferieninseln Mallorca und Menorca erwarteten die Meteorologen zudem Wolkenbrüche mit bis zu 60 Liter Regenwasser pro Quadratmeter. Am Vortag hatte der Regen bereits dazu geführt, dass in mehr als 6000 Wohnungen auf den Inseln der Strom ausfiel.

Im Norden des spanischen Festlands wurden in den Gebirgszügen entlang der Atlantikküste bis zu 40 Zentimeter Neuschnee erwartet. In der Region Kantabrien wurden zwei Gebirgspässe wegen Lawinengefahr gesperrt. 16 weitere Bergstraßen waren nur mit Schneeketten passierbar.