Frankreich: Playboy-Ausgabe mit Marlène Schiappa nach drei Stunden ausverkauft - DER SPIEGEL
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Französische Staatssekretärin »Playboy«-Ausgabe mit Marlène Schiappa nach drei Stunden ausverkauft

Nach der Empörung über Marlène Schiappas »Playboy«-Cover ist die Ausgabe nun zu einem großen Erfolg geworden. Und das, obwohl die Politikerin Nacktfotos abgelehnt hatte.
Das Cover des französischen »Playboy« mit Marlène Schiappa
Das Cover des französischen »Playboy« mit Marlène Schiappa

Das Cover des französischen »Playboy« mit Marlène Schiappa

Foto:

Playboy, Frankreich

Ihre Entscheidung, für den »Playboy« zu posieren, brachte der französischen Politikerin Marlène Schiappa scharfe Kritik ein. Nun ist die Ausgabe mit der Staatssekretärin zum Verkaufshit geworden.

Binnen drei Stunden seien die 100.000 Exemplare am Erscheinungstag ausverkauft gewesen, nun würden 60.000 nachgedruckt, sagte »Playboy«-Direktor Jean-Christophe Florentin am Montag in Paris dem Sender France Info. Normalerweise würden von einer Ausgabe nur rund 30.000 Exemplare verkauft.

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Auch wenn vorher schon bekannt war, dass es keine Nacktfotos von der Politikerin geben würde, gab es einen Ansturm auf den Titel mit Schiappa.

Einige konservative Kollegen empfanden es trotzdem als unangemessen für eine Politikerin, sich in einem solchen Magazin zu zeigen, während manche Feministinnen und Feministen bemängelten, dass ausgerechnet Frauenrechtlerin Schiappa den »Playboy« als Sprachrohr wähle, der seit Jahrzehnten von der Emanzipationsbewegung kritisiert werde.

»Rückwärtsgewandte und Heuchler«

Schiappa selbst begründete das Cover mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau. Sie schrieb auf Twitter: »Ich verteidige das Recht der Frauen, mit ihrem Körper zu tun, was sie wollen: überall und jederzeit. In Frankreich sind die Frauen frei. Ob es die Rückwärtsgewandten und Heuchler ärgert oder nicht.«

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Rückdeckung für Schiappa kam unter anderem von ihrem Vorgesetztem, Innenminister Gérald Darmanin. Dieser sagte vor der Veröffentlichung, Schiappa habe Stil und Charakter. »Eine befreite Frau zu sein, ist nicht so einfach«, so der Minister.

Schiappa war laut eigener Aussage von der Redaktion des Männermagazins gefragt worden, ob sie oben ohne posieren würde, habe dies aber abgelehnt. Stattdessen ist sie auf dem Cover in einem weißen Kleid zu sehen und spricht im Interview über Feminismus und Frauenrechte.

Schiappa ist seit vielen Jahren feministisch aktiv. So gründete sie unter anderem das Netzwerk Maman travaille für berufstätige Mütter, ist Autorin mehrerer Bücher zum Thema Gleichstellung und initiierte als Politikerin das 2018 in Kraft getretene »Gesetz zur Verstärkung des Kampfes gegen sexuelle und sexistische Gewalt«.

zob/dpa