Frankreich und Italien: Hitzewelle schürt Angst - DER SPIEGEL
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Frankreich und Italien Hitzewelle schürt Angst

Temperaturen von bis zu 40 Grad, schwüle Gewitterluft und Trockenheit – in mehreren Teilen Europas wächst die Angst vor einer Hitzekatastrophe wie im Jahr 2003. Italien und Frankreich haben bereits erste Hitzetote gemeldet. Vor allem für ältere Menschen kann die Wärme lebensbedrohlich werden.
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Paris/Rom - Allein in Italien gehen die Behörden davon aus, dass etwa eine Million Menschen durch die Hitze gefährdet sind. Es könnte eine schlimmere Situation als im Sommer 2003 entstehen, sagte Gesundheitsminister Francesco Storace. Bei dem so genannten Jahrhundertsommer waren wegen der hohen Temperaturen rund 20.000 Menschen gestorben, die meisten davon Senioren.

Die Behörden haben die Ärzte im Land deshalb jetzt dazu aufgerufen, verstärkt auf Patienten zu achten, die um die 75 Jahre oder älter sind. Die hohen Temperaturen können vor allem Austrocknungen und Herz-Kreislauf-Störungen verursachen. Mehrere ältere Menschen sind in Italien bereits an den Folgen der Hitzewelle gestorben. Zuletzt brach Medienberichten zufolge aber auch ein 18-Jähriger tot zusammen, als er mit Freunden Fußball spielte.

Angesichts der ausgebliebenen Regenfälle und den hohen Temperaturen droht in Norditalien außerdem ein Wassermangel. Landwirte beklagten, die Felder könnten nur noch knapp zwei Wochen bewässert werden.

Frankreich ist in Alarmbereitschaft

Auch Frankreich, wo 2003 bei der Hitzewelle etwa 15.000 Menschen starben, steht wegen der ungewöhnlich hohen Temperaturen in Alarmbereitschaft. In den acht Departements des Großraums Paris wurde die dritte von vier Alarmstufen ausgelöst. Ein 74-Jähriger hatte zuvor einen Hitzschlag erlitten. In Paris waren zwei Senioren im Alter von 81 und 95 Jahren an den Folgen der Hitzewelle und der damit verbundenen starken Luftverschmutzung gestorben.

In der französischen Hauptstadt erhalten alle Bewohner, die sich zur Sicherheit auf eine so genannte Hitze-Liste eingetragen hatten, nunmehr täglich einen Kontrollanruf. Außerdem wurde die Überwachung der Altenheime verstärkt.

Die Alarmstufe drei gilt für mehr als ein Drittel des Landes. Damit die Krankenhäuser den vielen Hitzeleidenden helfen können, hat die Regierung zusätzliche Gelder in Höhe von 180 Millionen Euro bereitgestellt. Damit soll das Personal in den Notaufnahmen aufgestockt werden. "Die Lage ist mehr als angespannt", sagte der Präsident der Notarztvereinigung AMU, Patrick Pelloux. Gewerkschafter erklärten, sogar im Krankenhaus von Corbeil bei Paris herrschten in einigen Zimmern 37 Grad.

In Portugal ließ die Hitze zwar ein wenig nach, dafür bleibt aber immer noch der Regen aus. Die Behörden kämpfen gegen die schlimmste Dürrekatastrophe seit sechzig Jahren. In 25 Kommunen mit knapp 20.000 Menschen gab es kein fließendes Wasser mehr. Die Einwohner werden per Tanklaster mit Trinkwasser versorgt.