Frauen-Komplott Sechs Messerstiche direkt ins Herz
Meiningen - Die Vertreter der Jugendkammer des Landgerichts Meiningen sprachen in ihren Plädoyers von der "grauenhaften Scheußlichkeit der Tat" und erklärten alle vier Angeklagten für voll schuldfähig. Die vier arbeitslosen Frauen aus Bad Salzungen hätten von vornherein geplant, den 36-jährigen Handwerker aus Philippsthal auszurauben und umzubringen, um die Tat zu verschleiern.
Für die zwei 21-jährigen Frauen forderten sie lebenslange Haft und für die angeklagte 20-Jährige acht Jahre Jugendstrafe. Der vierten Angeklagten wird Beihilfe vorgeworfen. Sie soll für drei Jahre ins Gefängnis, weil sie ihr Auto für die Tat zur Verfügung gestellt haben soll.
Mixtur aus Rohrreiniger und Nagellack
Die Staatsanwaltschaft äußerte auch erhebliche Zweifel an den Darstellungen der Angeklagten. Im Gegensatz zu früheren Aussagen vor Polizei und Haftrichter hatten sie in der Hauptverhandlung bestritten, den Mann vorsätzlich ermordet zu haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft gibt es keinen Zweifel daran, dass in der Nacht des 18. Mai diesen Jahres zwei der Frauen im Audi des Mannes mitgefahren waren. Diesen hatten sie zuvor schon mehrmals in der Tiefenorter Discothek "Palm Beach" getroffen. Die 19-Jährige sei mit einer weiteren Frau in ihrem eigenen Wagen hinter ihnen gefahren.
Die Angeklagten führten einen Mix aus Rohrreiniger, Nagellackentferner und Fensterputzmittel mit sich. Unter einem Vorwand ließen sie den Mann auf einem Waldweg anhalten. Mit vorgehaltenem Messer zwangen sie ihn, seine Brieftasche und EC-Karte mitsamt Geheimnummer herauszugeben.
Treten und Würgen
Nachdem der 36-Jährige die Geheimnummer genannt habe, sei ihm die ätzende Mixtur eingeflößt worden, hieß es im Plädoyer weiter. Diese sollte den Mann töten. Anschließend habe sich das Opfer in den Kofferraum seines Autos kauern müssen.
Als die Frauen später nachsehen wollten, ob er noch am Leben war, versuchte der Mann zu fliehen. Die Angeklagten hätten ihn jedoch eingeholt, so die Staatsanwaltschaft, nach ihm getreten und mit äußerster Brutalität 28 Messerstiche zugefügt. Sechs davon trafen Herz und zwei die Lunge. Zuletzt sei er noch mit seinem Gürtel stranguliert worden. Die Frauen hätten ihr Opfer ausgezogen und in einem Wald bei Tiefenort unter Zweigen versteckt, wo der Leichnam später von einem Jäger gefunden wurde. Die Kripo war durch die Geldabhebungen vom Konto des Opfers auf die Spur der Frauen gekommen.