Fremd zu Hause - DER SPIEGEL
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SACHBÜCHER Fremd zu Hause

• aus DER SPIEGEL 11/2008
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Deutschlandbilder, gesehen mit türkischen Augen: Frauen in ärmellosen Nylonkleidern, die pausenlos Fenster putzen; Kaufhäuser, die Miederwaren oder Herrenoberbekleidung anbieten; ältere Damen mit blaulila getönten Haaren, die »Schonkost« und »Kännchenkaffee« genießen - unter dem fremden Blick erscheint Deutschland fleißig, zwanghaft, rätselhaft sortiert. Zehn türkische Intellektuelle beschreiben in »Doppelte Heimat«, was ihnen an Deutschland auffällt, was sie sich wünschen, wovor sie Angst haben: Erfahrungsberichte von Geschäftsleuten, Übersetzern und Publizisten, die hier zu Hause sind, aber meistens nicht heimisch wurden. Sie waren Gastarbeiterkinder und wurden nacheinander »Ausländer«, »Migranten«, »Deutsch-Türken« und schließlich »Menschen mit Migrationshintergrund«. Seine Beziehung zu Frankfurt sei eine »Zwangsehe«, schreibt der Journalist Hilmi Tozan, ohne Liebe, ohne Hass. Er habe sich den Verhältnissen angepasst.

Beatrix Caner (Hg.): »Doppelte Heimat. Türkische Migranten berichten«. Heinrich & Hahn Verlag, Frankfurt am Main; 140 Seiten; 16,90 Euro.

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