Friedlicher Jahrestag: Das Messer, das ein Kamm war - DER SPIEGEL
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Friedlicher Jahrestag Das Messer, das ein Kamm war

Der mit Angst erwartete Jahrestag der Terroranschläge von New York ist ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen. In den USA mussten zwei Inlandsflüge wegen verdächtiger Passagiere abgebrochen werden. Mit weißem Pulver gefüllte Briefe und Bombendrohungen in Europa entpuppten sich als schlechte Scherze von Trittbrettfahrern.
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Der in Fort Smith im Bundesstaat Arkansas gelandete Airbus der US-Gesellschaft Northwest Airlines war mit 94 Passagieren an Bord auf dem Weg von Memphis nach Las Vegas, als sich nach Angaben der Fluggesellschaft mindestens drei Männer in einer Toilette einschlossen. Die Piloten hätten daraufhin entschieden, den Flug vorsichtshalber abzubrechen. Wie ein Mitarbeiters der US-Luftfahrtbehörde FAA berichtete, seien die verdächtigen Männer festgenommen worden. Um wie viele es sich handelte, konnte er nicht sagen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, der Zwischenfall habe vermutlich keine terroristischen Hintergründe.

Eine weitere Maschine der Fluggesellschaft American Airlines musste ihren Flug Richtung Nashville abbrechen und nach Houston zurückkehren, weil ein Flugbegleiter befürchtet hatte, ein Passagier sei mit einem Messer bewaffnet. Das mit über 50 Menschen besetzte Flugzeug wurde von zwei Kampfjets des Typs F-16 zurück zum Flughafen der texanischen Stadt eskortiert. Die angebliche Waffe entpuppte sich später als Kamm.

Auch in Europa verlief der Jahrestag des Terrors weitgehend glimpflich. Eine Bombendrohung gegen den Tour Montparnasse in Paris stellte sich falsch heraus. Ein anonymer Anrufer hatte nach Polizeiangaben vor einem Anschlag gewarnt. Das 56 Stockwerke hohe Gebäude sei daraufhin von Experten durchsucht worden. Sprengstoff wurde dabei nicht gefunden.

Auch die bisher untersuchten verdächtigen Briefe, die an US-Vertretungen in Deutschland geschickt worden waren, entpuppten sich als harmlos. Der im Hamburger Konsulat eingegangene Umschlag enthielt laut Polizei lediglich Zucker. Das Schreiben, das als Absender eine offenbar fiktive deutsche Bundesbehörde trug, sei in Deutschland aufgegeben worden, erklärte ein Sprecher. Auch die in den Konsulaten in Leipzig und München entdeckten Briefe sind nach ersten Erkenntnissen der Polizeibehörden ungefährlich. Ein in der Frankfurter US-Vertretung eingetroffener Brief war am Donnerstagmorgen noch nicht untersucht worden.

Nach Angaben des US-Außenministeriums hatten am Mittwoch auch US-Botschaften in Luxemburg, Kopenhagen und Rom Umschläge mit verdächtigem weißen Pulver erhalten.

Weiter groß ist auch die Unsicherheit, die nach einer Bombendrohung in der indonesischen Hauptstadt Jakarta herrscht. Die dortige US-Botschaft ist am Donnerstag den dritten Tag in Folge geschlossen geblieben. "Wir können keine weiteren Informationen über die Natur der Drohungen liefern oder sagen, wann wir wieder öffnen werden", teilte ein Sprecher mit. Die US-Regierung hatte die Schließung mit "glaubwürdigen und spezifischen" Informationen zu einem geplanten Terroranschlag begründet.

Aus Furcht vor neuen Attacken waren zum Jahrestag der Angriffe auf die USA zahlreiche US-Vertretungen in aller Welt geschlossen worden.