JUGEND Frühstück mit Ché
Es war einmal: »Lange Bärte, kleine Katzen, der Frühstückstisch war niedrig, man begann den Tag also schon unangepasst - und über allem schwebte Ché und ein Aroma von Aufbruch.« So erinnert sich der Fotograf Hartmut Aginmar an die Zeit vor gut 30 Jahren. Seine Aufnahme von einer Kommune in Wolfenbüttel stammt aus den frühen Siebzigern; als eines von 282 Bildern ist sie vom 5. November an in der Ausstellung »Forever young« zu besichtigen. Aginmars Fotos im Braunschweigischen Landesmuseum sind Reise und Spurensuche zugleich, durch 34 Jahre Jugendkultur, vom legendären Jahr 1968 bis 2002. Provinzkommunen und Anti-AKWler, Popper, Punker und Post-Punker - die Ausstellung zeigt nostalgische Ach-ja-Erlebnisse wie auch ästhetische Brachialitäten, etwa das auf Leinwand gedruckte Farbbild zweier Punker im Format 6,50 mal 4,30 Meter. Ergänzt wird die Ausstellung durch Kuriositäten wie den schwarz-weißen Stummfilm »L.A.F.-Parade/Love-Parade«, nämlich Bilder von einer Raver-Parade, die alle zwei Jahre im beschaulichen Edemissen stattfindet - im Gegenschnitt zur Mammut-Show in Berlin.