Fuchsjagd: Ein Nein ohne Konsequenzen - DER SPIEGEL
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Fuchsjagd Ein Nein ohne Konsequenzen

Prinz Charles findet sie ganz gut, Tony Blair eher weniger, viele Tierschützer gehen wegen ihr auf die Barrikaden: In Großbritannien soll die Fuchsjagd jetzt endgültig verboten werden. Dafür hat sich das Unterhaus des Parlaments mit großer Mehrheit ausgesprochen.
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London - Das Nein des Unterhauses fiel deutlich aus: 386 der 659 Abgeordneten stimmten für ein Verbot der Fuchsjagd ohne Wenn und Aber. Das Verbot würde einer jahrhundertealten Tradition ein Ende setzen. Die Abstimmung hat jedoch keine unmittelbaren Konsequenzen in der Gesetzgebung. Sie sollte nach Angaben der Regierung von Premierminister Tony Blair ein Meinungsbild sein - nicht mehr, nicht weniger.

Das Unterhaus hat sich geäußert, jetzt ist das Oberhaus am Zug. Dort sitzt traditionell die stärkste Lobby der Fuchsjagd aus Adligen, hochangesehenen Bürgern und Würdenträgern, die gerade bei der Fuchsjagd gerne ihre Muskeln spielen lassen.

Deswegen gehen Beobachter nicht davon aus, dass das Oberhaus dem Verbot zustimmt. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Abgeordneten des Oberhauses für einen Mittelweg entscheiden, der die Fuchsjagd unter Lizenzierungsauflagen erlauben würde.

Blairs Regierung will das Votum im Oberhaus abwarten und dann einen Gesetzentwurf vorlegen. Dieser soll in der kommenden Parlamentsperiode, die im November beginnt, eingebracht werden und im Herbst 2003 in Kraft treten.

Jährlich werden in Großbritannien rund 100.000 wild lebende Tiere von den Reitern zu Pferde und ihren Hundemeuten zu Tode gehetzt, schätzte 1999 der britische Labour-Abgeordnete Michael Forster. Er hatte damals vergeblich versucht, einen Gesetzentwurf zum Verbot der Fuchsjagd durchzusetzen.