Galerie gefällig? - DER SPIEGEL
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INTERNET Galerie gefällig?

• aus DER SPIEGEL 22/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eigentlich hätte aus der Idee eine Erfolgsgeschichte werden müssen. Die Chefs der neu gegründeten Firma kannten sich in der Kunstbranche aus. Das Angebot war gut. Die Preise akzeptabel. Die Presse lobte die Online-Galerie »eyestorm.com« oft und gern. Die Londoner »Times« nannte eyestorm.com »die außergewöhnlichste Kunst-Website«, die US-Netzzeitschrift »Wired« pries die Auswahl der Künstler, und das Wirtschaftsmagazin »Forbes« nahm eyestorm.com in seine »Best of the web«-Liste auf. Geholfen hat es der Firma nicht, die all denen, die sich nicht in eine Galerie trauen, Kunst über das Internet verkaufen wollte. Mitte Mai meldete sie Konkurs an. Fast alle Mitarbeiter wurden entlassen. Die Firma ist nun ganz oder in Teilen zu kaufen. Offensichtlich haben die Bosse von eyestorm.com zu spät erkannt, dass sich Kunstliebhaber und Tomatenkäufer sehr ähneln. Beide wollen die Ware sehen und anfassen, bevor sie bezahlen.

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