Gasexplosion: Belgien im Schockzustand - DER SPIEGEL
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Gasexplosion Belgien im Schockzustand

In ganz Belgien wehen heute die Flaggen auf Halbmast. Nach der schweren Gasexplosion von gestern trauern die Menschen um die Opfer. König Albert II. besuchte heute den Unglücksort.
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Brüssel - König Albert II. traf in der nahe dem Unglücksort gelegenen Stadt Ath ein. Er nahm im Rathaus an einem Treffen von Feuerwehrleuten teil, die bei der Bekämpfung des Flammeninfernos fünf Kameraden verloren hatten.

Insgesamt kamen bei der Explosion der Gasleitung im Industriegebiet von Ghislenghien 15 Menschen ums Leben, etwa 120 wurden verletzt. Sechs schweben nach Angaben der Behörden noch in Lebensgefahr. Die Verletzten erlitten zum Teil schwerste Verbrennungen und werden in Spezialkliniken in Belgien und in Frankreich behandelt.

Die ganze Nacht hindurch waren Feuerwehrleute mit den Löscharbeiten beschäftigt, anders als zunächst befürchtet fanden sie aber keine Toten mehr. Das Feuer hatte Gebäude und Autos in einem Umkreis von einem halben Kilometer um die lecke Gasleitung verbrannt oder geschmolzen.

"Es war die Apokalypse", berichtete der Feuerwehrmann Patrick Chevalier. "Wir konnten nichts und niemanden mehr sehen, und dann fanden wir die ersten Leichen, die über das Gebiet verstreut waren, sie waren vollkommen verkohlt." Gerichtsmediziner mussten einige Leichen anhand ihrer DNA identifizieren, da sie bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren.

In ganz Belgien wehen heute die Flaggen auf Halbmast. König Albert kehrte wegen des Unglücks vorzeitig aus seinem Spanien-Urlaub zurück, Ministerpräsident Guy Verhofstadt und weitere Regierungsmitglieder hatten die Unglücksstelle bereits gestern besucht. Verhofstadt hat den Tag der Beerdigung der Opfer zu einem nationalen Trauertag erklärt.

Die Katastrophe ereignete sich, nachdem Bauarbeiter versehentlich ein Leck in eine Gaspipeline mit etwa einem Meter Durchmesser gebohrt hatten. Feuerwehrgewerkschaften forderten heute strengere Vorschriften und bessere Überprüfungen von Gaspipelines, vor allem wenn diese unter Arealen verliefen, auf denen Bauarbeiten verrichtet würden.

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Inferno in Belgien: Gasfabrik explodiert - Viele Tote und Verletzte

Foto: AFP

Die Explosion ist das schwerste Gasunglück in Belgien seit 1967. Damals war ein Tanklastwagen, der Flüssiggas geladen hatte, explodiert. 22 Menschen starben. Beim schwersten Industrieunglück in der Geschichte des Landes wurden 1956 bei einer Grubenexplosion in Marcinelle 262 Menschen getötet, darunter 136 Arbeiter aus Italien.