Gasexplosion Polizei sucht verdächtigen Mieter
Berlin - Wenige Stunden nach der Explosion in einem Berliner Mietshaus hat die Polizei einen dringenden Tatverdacht gegen einen 57-jährigen Mieter des Hauses. Das Motiv ist allerdings noch unklar. Nach dem offenbar flüchtigen Mieter wird gefahndet. Er soll die Gasleitungen im Keller des Hauses in Berlin-Charlottenburg manipuliert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.
Die Explosion hatte das Haus am Montagmorgen etwa um 5.40 Uhr erschüttert. Ein 47-jähriger Mieter schwebt noch in Lebensgefahr. Zu den neun Verletzten gehören auch fünf Polizeibeamte, die wegen Gasgeruchs zu dem Haus gerufen worden waren. Eine Zeitungsausträgerin hatte die Polizei alarmiert.
Die Hausbewohner, die am Morgen in einer Sporthalle untergebracht worden waren, sind inzwischen alle bei Verwandten und Freunden untergekommen. Wann sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen, konnte Berlins Feuerwehr-Chef Albrecht Broemme noch nicht sagen. Am Morgen waren zeitweise rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten vor Ort.
Ziel des Anschlags könnte nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" die in dem Haus untergebrachte Geschäftsstelle der Tierärztekammer Berlins sein. Deren Präsident Klaus Lüdcke sagte der Zeitung, er sei in den vergangenen Wochen mehrfach bedroht worden. Der Präsident habe die neue Hundeverordnung Berlins als "Schnellschuss" bezeichnet.