Jean-Paul Gaultier: Zwischen Punk und Moulin Rouge
Gaultier-Schau Es lebe der Punk
Hamburg - Seine Schauen sind mehr als die Präsentation von Entwürfen: Wenn die Models auf den Laufsteg schickt, gleicht dies nicht selten einem Happening. Die Kreationen sind exzentrisch und oftmals untragbar, die Darbietung ist meist zugleich ein Statement.
Gaultier gilt als Enfant terrible der Modeszene, nicht brav, nicht angepasst. In der Vergangenheit ließ er gepiercte oder auch stark übergewichtige Frauen seine Kleider präsentieren. Bei der Pariser Modewoche schickte der Designer nun Models mit einem Irokesen-Haarschnitt auf den Laufsteg. Und machte selbst gleich mit. Seinen sonst eher wenig behaarten Schädel zierte ein sogenannter Iro.
Die Entwürfe der Punk-Show waren durch den französischen Cancan inspiriert und strahlten das Flair des Moulin Rouge aus. Pompöse Röcke mit aufwendigen Rüschen wechselten sich mit Biker-Jacken und engen Korsagen-Kleidern ab.
Gaultier, der im April seinen 59. Geburtstag feiert, hat nach eigenen Angaben nicht vor, sich bald zur Ruhe zu setzen: "Ich denke nicht an die Rente. Ich habe Glück, weil ich meinen Beruf liebe. Und wenn man leidenschaftlich bei einer Sache ist, kann man es weit bringen."