Gaza-Konflikt Ärzte bringen Baby von getöteter Mutter zur Welt
Zerstörtes Haus in Deir al-Balah: Hier wurde die Mutter aus den Trümmern geborgen
Foto: bbc.comGaza - Ärzten ist es offenbar gelungen, eine Mutter zu entbinden, die bei einem israelischen Angriff im Gaza-Streifen ums Leben gekommen war. Nach einem Bericht der BBC kam das Mädchen per Kaiserschnitt zur Welt. Die Ärzte geben dem Kind eine Überlebenschance von 50 Prozent. "Al Jazeera" berichtete ebenfalls von der Geburt des Kindes.
"Ich bin wütend, ich bin sehr traurig", sagte der palästinensische Arzt Fadi Al-Khrote der BBC. "Ich fühle, dass dieses Baby nun meines ist."
Um zwei Uhr in der Nacht soll der kleine Wohnblock, in der die wohl 23 Jahre alte Frau wohnte, von Bomben getroffen worden sein. Die Mutter wurde unter Trümmern begraben. Fadi Al-Khrote, der an der Entbindung beteiligt war, sprach von einem Wunder; die Mutter sei zum Zeitpunkt der Operation bereits seit zehn Minuten klinisch tot gewesen. Eigentlich gehe man davon aus, dass ein ungeborenes Kind nicht länger als fünf Minuten nach dem Tod der Mutter überleben kann.
Die Verwandten der getöteten Frau haben dem Baby einen Namen gegeben: Shaima, der Vorname der Mutter.
Seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli sind 926 Palästinenser getötet worden. Zudem wurden 37 israelische Soldaten sowie drei Zivilisten auf israelischem Gebiet getötet. Seit 7 Uhr MESZ gilt eine zwölfstündige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Beide Seiten hatten sich darauf am Freitagabend verständigt.