Gebackenes Blut - DER SPIEGEL
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BILDBÄNDE Gebackenes Blut

• aus DER SPIEGEL 26/2009
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie reagieren Deutsche, wenn ein wildfremder Südafrikaner an ihrer Tür klingelt, sie nach ihrer Lieblingsspeise fragt und sich Einlass erhofft in ihre Küche und ihr Leben? Einige reagierten verstört. Aber 75-mal durfte der südafrikanische Fotograf Stan Engelbrecht eintreten, und die Menschen klärten ihn auf über den Geschmack ihrer Heimat. Wie also schmeckt Deutschland? Es schmeckt nach frischen Brotlaiben und allerlei selbsterfundenen Leibspeisen. Im Norden, bei Familie Momme auf der Insel Pellworm, schmeckt es nach Quark-Beeren-Torte, in der Bremer WG nach veganen Wok-Gerichten, bei der oberfränkischen Metzgersfrau nach »gebackenem Blut«, bei den Nonnen in Kaufbeuren nach »Pilgersuppe«. Die Rezepte zu ihren Lieblingsgerichten haben die Besuchten per Hand aufgeschrieben - damit sie nachgekocht werden können. Dazu zeigt Engelbrecht in aufwendigen Fotografien ihre Häuser, ihr Leben auf dem Land, in der Großstadt, in Gutshäusern oder im Wohnwagen. »Das is(s)t Deutschland« ist erhellender als die Kochbücher selbsternannter TV-Unterhalter, es ist das Porträt eines Landes und seiner Bewohner, eine detailsatte Reisereportage durch die Republik.

Stephan le Roux, Markus Schmidt (Hg.): »Das is(s)t Deutschland. Menschen und ihr Lieblingsessen«. Dayone Verlag, München; 256 Seiten; 39,90 Euro. Zu bestellen unter: www.das-isst-deutschland.de

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