Gedenken an die Opfer: Europa stand still - DER SPIEGEL
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Gedenken an die Opfer Europa stand still

Millionen Menschen haben heute in Europa drei Minuten innegehalten, um der Opfer der Flutkatastrophe zu gedenken. Um Schlag 12 Uhr standen vielerorts Busse und Züge still, viele Menschen erhoben sich - und schwiegen für drei Minuten.
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Berlin - Behörden, Börsen, Verkehrsbetriebe und TV- und Radio-Sender schlossen sich der Initiative der EU-Ratspräsidentschaft an und gedachten mit Schweigeminuten der Katastrophenopfer in Südasien. In den Bahnhöfen ruhte der Verkehr, Busse und Bahnen standen bundesweit still. Aber auch viele Privatwagen stoppten am Straßenrand. Vor dem Hamburger Rathaus versammelten sich Tausende im Gedenken, einige davon verharrten sichtlich bewegt in Stille auf dem Rathausmarkt. In der Berliner Gedächtniskirche fand ein Gedenkgottesdienst statt, die Teilnehmer schwiegen in Andacht.

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Gedenken an die Opfer: Europa steht still

Foto: AP

In der Frankfurter Börse stoppte das hektische Treiben für drei Minuten. Kein Händler nahm aktiv am Geschehen teil. In vielen Schulen gedachten Schüler und Lehrer der Opfer. Auch in vielen Unternehmen - wie beispielsweise bei Porsche - stand die Produktion still. Selbst unter Tage wurden die Opfer geehrt: Viele Bergleute in den Zechen legten für drei Minuten ihre Arbeit nieder.

Fernsehsender unterbrachen ihre aktuelle Berichterstattung und sendeten, begleitet von getragener Musik, Bilder des Elends in Südasien abwechselnd mit Live-Bildern von zentralen Plätzen in Deutschland.

Mehr als 1000 Menschen versammelten sich im Herzen des Brüsseler Europaviertels, um der wahrscheinlich mehr als 200.000 Flutopfer in Asien zu gedenken. An den Schweigeminuten beteiligten sich unter anderem EU-Parlamentspräsident Josep Borrell, mehrere EU-Kommissare und viele Mitarbeiter der EU-Institutionen. Auch hier hielten die Busse für drei Minuten an. Vor öffentlichen Gebäuden in ganz Belgien wehten die Landesfahnen auf halbmast.

In den Niederlanden kam das Kabinett mit Diplomaten zu einer Trauerfeier zusammen, um gemeinsam der Toten zu gedenken.

In der gesamten Schweiz läuteten um 12 Uhr für eine Viertelstunde die Kirchenglocken. Die Schweizer Grenzwache und die Beamten des Bundesgrenzschutzes legten ihre Arbeit an der gesamten deutsch-schweizerischen Grenze für drei Minuten nieder und hielten den Grenzverkehr an. Auch die Straßenbahnen und Busse der Basler Verkehrsbetriebe blieben stehen.

In Rom betete der Papst für die Opfer. "Der Tag heute ist in Europa den vielen Opfern der Flutwelle gewidmet, die so tragisch Südostasien heimgesucht hat", sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche bei seiner wöchentlichen Audienz vor Hunderten Gläubigen.

In Griechenland wehten die Fahnen auf der Akropolis, dem Wahrzeichen Athens, und allen öffentlichen Gebäuden auf halbmast. Fast alle Radio- und Fernsehsender unterbrachen ihr Programm und sendeten Bilder der Flutkatastrophe. In allen staatlichen Behörden sowie in Banken, Postämtern und anderen öffentlich-rechtlichen Anstalten ließen die Menschen die Arbeit ruhen. Vielerorts blieben auch die Passanten auf den Straßen stehen. Zahlreiche Bahn- und Buslinien in Athen standen still.

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