Gefängnisrevolte: Häftlinge enthaupten Zellenkameraden - DER SPIEGEL
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Gefängnisrevolte Häftlinge enthaupten Zellenkameraden

Bei einem Aufstand in einem Gefängnis in Rio de Janeiro sind mindestens 38 Menschen getötet worden. Die Opfer wurden grausig zugerichtet.
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Rio de Janeiro - Mindestens 15 der Toten wurden in der Anstalt "Benfica" im Norden Rios enthauptet. Andere sind nach Angaben der Polizei bis zur Unkenntlichkeit verbrannt oder zerstückelt. Die Polizei hat inzwischen 38 Leichen geborgen, aber viele Zellen und andere Gefängnisteile noch nicht erreicht, sagte ein Sprecher. Medienberichten zufolge gehen Feuerwehr und Polizei deswegen davon aus, dass die Anzahl der Todesopfer weit höher liegt. Von rund 50 Toten war die Rede.

Der Abgeordnete Geraldo Moreira, der das Gefängnis sofort nach dem Ende des Aufstands besuchte, berichtete, ihm habe sich der Magen umgedreht. Nach 28 Leichen habe er umkehren und das Gefängnis verlassen müssen. "Ich sah abgeschnittene Köpfe. Ich sah Körperteile, die auf dem Boden oder auf dem Müll lagen", sagte er dem Rundfunksender Jovem Pan.

Hintergrund sind Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden. Die 62 Stunden dauernde Revolte sei gestern am späten Abend mit dem Gemetzel zu Ende gegangen, hieß es. Die Behörden gaben vorerst keine offiziellen Informationen. Die Lage in der Anstalt sei jetzt ruhig. Das bei der Revolte schwer beschädigte Gefängnis war erst vor einem Jahr eingeweiht worden.

In den überfüllten Gefängnissen Brasiliens kommt es häufiger zu Aufständen und Ausbrüchen. Erst vor einem Monat waren in einem Amazonas-Gefängnis 14 Häftlinge bei einer Revolte getötet worden. Menschenrechtsgruppen beklagen neben der Überfüllung auch Misshandlungen in Haftanstalten.