Lange war er nur ein williges, unbekanntes Wesen. Jetzt endlich hat die Wissenschaft den Beicht-Show-Gucker gründlich durchleuchtet. Unter dem aufrüttelnden Titel »Affektfernsehen. Motive, Angebotsweisen und Wirkungen« fassen die Autoren Gary Bente und Bettina Fromm vom Psychologischen Institut der Uni Köln die Studien ihrer Fachkollegen zusammen. Brutal räumen die Kölner mit dem Irrglauben auf, die Quote sei etwa abhängig vom jeweiligen Talk-Thema. Sie erkannten »keine systematischen Zusammenhänge«. Nur beim Alter gibt es erkennbare Strukturen: Der ältere TV-Mensch interessiert sich eher für Talk-Pastor Fliege und Suchsendungen wie »Bitte melde Dich!«. Die Jüngeren halten es am ehesten vor Beziehungs- und Spielshows aus. Und auch verschärfter Schulbesuch kann den täglichen Konsum gefährden. Denn Unterhaltungsperlen wie »Hans Meiser«, »Ilona Christen« oder »Die 100 000 Mark Show« konsumieren am liebsten »Zuschauer mit geringerer Bildung«.
Dieser Ausdruck wurde am 17.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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