Geheimnisverrat: BKA-Fahnder angezeigt - DER SPIEGEL
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Geheimnisverrat BKA-Fahnder angezeigt

Der Leiter des Amts für Verkehrsüberwachung in Wiesbaden, Robert Kreuzer, hat gegen einen BKA-Beamten Strafanzeige erstattet. Kreuzer wirft dem Fahnder Geheimnisverrat, Beleidigung und Verleumdung vor.
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Wiesbaden - Hintergrund der Anzeige sind umfangreiche Ermittlungen des Bundeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft Frankfurt, bei denen Strukturen der Organisierten Kriminalität rund um den Deutschen Videoring aufgedeckt wurden. Zur Zeit läuft im hessischen Limburg ein Prozess gegen den früheren Chef des Deutschen Videorings.

Auf die Verbindung zu dem Wiesbadener Amtsleiter waren die Fahnder bei einer Telefonüberwachung gestoßen. Kreuzer, der laut Staatsanwaltschaft nicht als Beschuldigter gilt, hatte offenkundig interne Halterdaten an den Wiesbadener Taxiunternehmer Milan M. herausgegeben, der auch Sicherheitsdienste für den Deutschen Videoring leistete. Kreuzer sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE, er habe mit M. "über Jahrzehnte immer dienstlichen, aber keinen privaten Kontakt" gehabt. Gelegentlich hätte er mit M. auch über das gemeinsame Hobby Kampfsport gesprochen; M. sei Europameister im Vollkontakt-Karate gewesen, er selbst betreibe Wing-Tsun, Karate und Aikido.

Am vergangenen Freitag war der BKA-Beamte, gegen den Kreuzer jetzt Anzeige erstattet hat, im Wiesbadener Rathaus vorstellig geworden und hatte aus den internen Ermittlungen geplaudert. Kurz darauf bat der 56 Jahre alte Amtsleiter Kreuzer beim Wiesbadener Oberbürgermeister um die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand - aus gesundheitlichen Gründen. Dem Polizeibeamten wirft Kreuzer vor, durch dessen falsche Verdächtigungen habe er "eine erhebliche Rufschädigung" erlitten.

Das Bundeskriminalamt weist die Vorwürfe gegen seinen Mitarbeiter zurück. Der Beamte habe "weder eigenmächtig noch rechtswidrig" gehandelt, sagte BKA-Sprecher Norbert Unger auf Anfrage.