Geiseldrama Bundesregierung will internationalen Vermittler
Berlin - Die deutsche Bundesregierung hat die Philippinen gebeten, die Einschaltung eines internationalen Vermittlers zur Lösung des Geiseldramas auf der philippinischen Insel Jolo zu prüfen. Das sagte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Wolfgang Ischinger, am Mittwochmorgen dem Sender "InfoRadio" in Berlin. Ein Name sei allerdings nicht genannt worden.
Nach Angaben Ischingers hat die deutsche Regierung außerdem angeregt, die Soldaten und Polizisten, die die Geiselnehmer mit ihren Opfern eingekreist haben, etwas weiter zurückzuziehen. Er hoffe, aus Manila noch im Laufe des Mittwochs eine positive Antwort zu erhalten, sagte der Diplomat.
Über die Lage der Geiseln nach der Schießerei in der Nacht zuvor lagen auch dem Auswärtigen Amt nach Angaben Ischingers nur widersprüchliche Meldungen vor. Daher sei zurzeit nicht zu klären, ob Berichte über den Tod zweier Geiseln zuträfen.
Der Staatssekretär betonte, oberstes Ziel für die Bundesregierung sei der Schutz des Lebens und die Unversehrtheit der Geiseln, insbesondere der drei Deutschen unter ihnen. Diesen Grundsatz habe die philippinische Regierung ausdrücklich anerkannt.