Geiseldrama im Pazifik: Verschleppte Urlauber im Süden der Philippinen - DER SPIEGEL
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Geiseldrama im Pazifik Verschleppte Urlauber im Süden der Philippinen

Seit drei Tagen sind 21 Menschen in der Gewalt einer extremistischen Moslemtruppe, darunter auch drei Deutsche. Nun ist auch bekannt, wo sich die Geiselnehmer verschanzt haben.
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Jolo - Die in Malaysia verschleppten Touristen werden nach offiziellen Angaben auf den Sulu-Inseln im Süden der Philippinen festgehalten. Die Geiseln befänden sich in der Gewalt der extremistischen Moslemgruppe Abu Sayyaf, sagte der Gouverneur der Provinz Sulu, Abdusakur Tan, am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Jolo. Drahtzieher sei der Kommandeur der Terrorgruppe auf Sulu, Galib Andang. Nach Militärangaben sind Kidnapper und Geiseln in einem abgelegenen Dorf.

Nach ihrer Entführung seien die Geiseln erst auf die nahen Tawi-Tawi-Inseln gebracht worden. Später hätten die Kidnapper sie dann auf die etwa 70 Kilometer entfernten Inseln der Provinz Sulu, rund 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila, transportiert. An der Entführung sind Militärangaben zufolge 30 Mitglieder der Abu-Sayyaf-Guerilla beteiligt. Zunächst wurde nichts über Forderungen bekannt.

Insgesamt waren am Ostersonntag 21 Menschen von der malaysischen Urlaubsinsel Sipadan vor der Ostküste Borneos von schwer bewaffneten Kidnappern entführt worden, darunter eine dreiköpfige Familie aus Göttingen. Bei den anderen Entführten handelt es sich unter anderem um Franzosen, Südafrikaner und Finnen. Ein Finne soll nach Zeitungsberichten an einem blutenden Geschwür erkrankt sein.

Abu Sayyaf ist die kleinste von mehreren moslemischen Guerilla- Gruppen, die auf der süd-philippinischen Insel Mindanao für einen unabhängigen islamischen Staat kämpfen. Sie gilt allerdings als die bei weitem gewalttätigste.

Das Auswärtige Amt hat unterdessen von Reisen in die malaysische Provinz Sabah abgeraten. Die Inselgruppe Sipadan sei von den dortigen Behörden zum Sperrgebiet erklärt worden. Eine besondere Sicherheitsgefährdung für Touristen und Geschäftsleute bestehe allerdings nicht, "wenn man die überall auf Reisen angezeigte angemessene Vorsicht übt und sich umsichtig verhält", heißt es in den Reisehinweisen des Ministeriums.