Geiseldrama Rebellen brauchen noch Zeit
Jolo - Unterhändler Ghazali Ibrahim verkündete, die Kidnapper der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf hielten weiterhin "Beratungen innerhalb der Gruppe und mit ihren Anhängern" ab.
Chefvermittler Roberto Aventajado flog unterdessen von Beratungen mit dem philippinischen Präsidenten Joseph Estrada in die Hafenstadt Zamboanga im Süden des Landes, um auf ein Wort der Entführer zu warten. Er verschob seine für Mittwoch geplante Reise auf die Insel Jolo, da es in der Geiselkrise "keine Entwicklungen" gebe. "Ich bin zuversichtlich, dass es Hoffnungen auf erfolgreiche Verhandlungen gibt", sagte Aventajado. "Wir müssen nur geduldig sein." Laut Ibrahim könnten die Entführer nicht sagen, bis wann sie schriftlich ihre "Gegenvorschläge" vorlegen könnten.
Neben den drei Mitgliedern der Göttinger Familie Wallert waren vor mehr als fünf Wochen auch zwei Franzosen, zwei Finnen, zwei Südafrikaner, zwei Philippiner, eine Libanesin und neun Malaysier von der malaysischen Taucherinsel Sipadan auf die südphilippinische Insel Jolo verschleppt worden. Sie werden derzeit in drei selbst gebauten Zelten tief im Dschungel des Eilands festgehalten.