Geiseldrama: "Wir holen Sie hier raus" - DER SPIEGEL
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Geiseldrama "Wir holen Sie hier raus"

Mehr als einen Monat hat es gedauert, bis die Geiselnehmer und die Unterhändler der Regierung direkte Gespräche über die Zukunft der entführten Urlauber aufgenommen haben. Eine Stunde saßen die Unterhändler mit den Rebellen zusammen, dann durften sie kurz mit den Geiseln reden.
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Jolo - Die fünf Unterhändler hatten sich nach tagelanger Verzögerung in einer Dorfschule nahe dem Ort Bandang auf der Insel Jolo mit vier Rebellen-Kommandanten getroffen. Das Team unter Leitung des Chef-Unterhändlers der Regierung, Roberto Aventajado, wurde von Polizisten eskortiert, die aber einen Kilometer von dem Treffpunkt entfernt zurückblieben. Die Kommandanten kamen in Begleitung von etwa 300 bewaffneten Guerillas.

Er habe den Anführern der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf klar gemacht, dass die Regierung in Manila ihre bisherigen Forderungen nicht akzeptiere. Die Rebellen hatten einen eigenen islamischen Staat im Süden der Philippinen und eine Untersuchung angeblicher Gräueltaten an Moslems in der malaysischen Provinz Sabah verlangt. Daraufhin hätten die Guerillas ein Verbot der Großfischerei auf der Sulu-See und eine Vertretung der Moslems im Kabinett von Präsident Joseph Estrada gefordert, berichtete der Chefvermittler.

Aventajado fuhr nach den Verhandlungen mit einer Delegation zu den Geiseln im Dschungel der südphilippinischen Insel Jolo. Er appellierte an die 21 Entführten durchzuhalten. "Wir holen Sie hier raus, unternehmen Sie keine Dummheiten", sagte er. Unter den Geiseln ist auch die deutsche Familie Wallert aus Göttingen.

Für Montag und Freitag angesetzte Gespräche der Regierungsunterhändler mit den Entführern waren geplatzt. Zuvor hatten Regierung und Entführer nur über Mittelsmänner Kontakt gehabt.