Gekränktes Künstlerego Komm, Karel, komm!
Prag/Hannover - Nach der Absage seines Auftritts auf der Expo in Hannover schwimmt Schlagersänger Karel Gott auf einer Welle der Sympathie. Die Betreiber des tschechischen Expo-Standes wollen Karel Gott nun mit aller Macht umstimmen und doch noch zur Teilnahme bewegen.
Er werde keinen anderen Künstler nominieren, betonte Generaldirektor Vaclav Bartuska am Mittwoch. "Entweder er oder keiner", sagte er der Zeitung "Blesk". Ähnlich äußerte sich auch der künstlerische Leiter des tschechischen Beitrags, Miloslav Zapletal. Der 60 Jahre alte Sänger ("Biene Maja") hatte seinen Auftritt in Hannover abgesagt, nachdem ihm eine heimische Zeitung eine "schmierige Show" und die "Verschleuderung von Steuergeldern" vorgeworfen hatte.
In Norddeutschland startete der Hörfunksender NDR 2 die Aktion "Komm, Karel, komm". Mehr als 250 Faxe mit Grüßen an Gott seien eingegangen, eine eigens eingerichtete Telefonnummer - die "Gott- Line" sei den ganzen Tag über mit mehreren hundert Anrufen belegt, sagte ein NDR-Sprecher. Ein Hörer schrieb: "Expo ohne Gott ist wie Biene Maja ohne Willy". Die Aktion soll in den nächsten Tagen weiter laufen.
Auch Hannovers Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg machte sich für Gott stark. "Ich würde mich freuen, wenn er seine Absage rückgängig macht", sagte Schmalstieg in Hannover. "Gott gehört bei uns zu den beliebtesten Schlagerinterpreten. Er unterhält nicht nur mit seinen Liedern, er bringt den Menschen auch viel Freude." Der tschechische Kulturminister Pavel Dostal betonte, Tschechien wolle in Hannover seine besten Künstler präsentieren. "Und Sie gehören dazu", habe er dem Sänger in einem Telefongespräch gesagt.