Geld oder Gift - DER SPIEGEL
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INTERNET Geld oder Gift

• aus DER SPIEGEL 14/2004
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein niederländischer Programmierer ist bei dem Versuch gescheitert, das perfekte Verbrechen mit Hilfe des Internet zu begehen. Der Mann hatte Joghurts des Lebensmittelkonzerns Campina mit einem Pestizid versetzt und gedroht, weitere Produkte der Firma zu vergiften, falls die nicht 200 000 Euro auf ein von ihr zu eröffnendes Konto überweisen würde. Außerdem sollte das Unternehmen eine Karte für dieses Konto beantragen und deren Daten mit einem Lesegerät ermitteln. Zusammen mit der PIN-Nummer sollten die Kartendaten dann mit Hilfe eines speziellen Verschlüsselungsprogramms im digitalen Bild eines VW Golf versteckt werden, das in einem Online-Magazin für Gebrauchtwagen zu erscheinen hatte. Der Konzern befolgte die Anweisungen. Um das Bild des Golfs auf seinen Rechner laden zu können, ohne identifiziert zu werden, benutzte der Erpresser den kostenpflichtigen Dienst einer US-Firma, deren Rechner die Spur verwischen, die jeder Internet-Nutzer im Netz hinterlässt. Nachdem er das Foto auf seinen Computer geladen hatte, entschlüsselte der Erpresser die Daten und kopierte sie auf eine Blanko-Kreditkarte. Beim Versuch, Geld am Automaten abzuheben, wurde er verhaftet. Der Erpresser hatte bei der Überweisung an die US-Firma seine E-Mail-Adresse hinterlassen, die diese später den niederländischen Ermittlern übergab.

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