Geldwäsche: Zigarettenschmuggel für den Terror - DER SPIEGEL
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Geldwäsche Zigarettenschmuggel für den Terror

Ein spanischer Geschäftsmann soll mit Erlösen aus dem Zigarettenschmuggel die baskische Terrororganisation Eta finanziert haben. Insgesamt geht es um mehr als eine Milliarde Euro gewaschenes Schwarzgeld.
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Augsburg - Wie viel von diesem Geld an die Eta geflossen ist, kann die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Augsburg derzeit noch nicht sagen. Gegenüber SPIEGEL ONLINE erklärte Oberstaatsanwalt Hans Kolb, er habe 42 europäische Geldinstitute um Bankauskunft gebeten, bis jetzt aber erst auf die Hälfte dieser Rechtshilfe-Ersuche eine Antwort erhalten. Bisher handle es sich bei den Vorwürfen um begründete Vermutungen, allerdings noch nicht um einen dringenden Tatverdacht.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft beschuldigt insgesamt acht in der Schweiz lebende Manager der Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Die Beschuldigten, unter ihnen neben dem Spanier auch ein Deutscher, ein Liechtensteiner und ein Schweizer Treuhänder, hatten rund 120 Tarnfirmen gegründet, über die der Zigarettenschmuggel abgewickelt wurde.

Den Weg der Schmuggelware beschreiben die Ermittler so: Die Zigaretten - hauptsächlich "Winston" und "Marlboro" - seien aus den USA und den Niederlanden über die Schweiz nach Montenegro geschafft worden. Dort seien sie neu verpackt über Italien illegal in die EU eingeführt worden. Eine Lastwagenladung mit rund elf Millionen Schmuggelzigaretten hinterziehe eine halbe Million Euro an Steuern und bringe einen Reingewinn von mehr als 250.000 Euro.

Die Fahnder gehen davon aus, dass auch Zigarettenhersteller von dem Schmuggel wussten. In den Fall verwickelt sind nach Angaben der Ermittler auch Regierungsstellen in Serbien und Montenegro. Einer der Beschuldigten soll im Oktober 2000 in Athen ermordet worden sein, als er die Verwicklung der serbischen Regierung um Slobodan Milosevic in die Schmuggelaktivitäten offen legen wollte, sagte Oberstaatsanwalt Kolb. Entsprechende Tagebuchaufzeichnungen lägen den Ermittlern vor. Im laufenden Verfahren will die Augsburger Staatsanwaltschaft bis Ende des Jahres Anklage erheben.