Genesung Papst verlässt die Klinik
Rom - Nach einem mehr als zweiwöchigen Klinikaufenthalt ist Papst Johannes Paul II. am Sonntag in den Vatikan zurückgekehrt. Dabei schien er in guter Verfassung zu sein und winkte wieder und wieder den Menschen zu, die sich zu seiner Entlassung vor den Toren des römischen Krankenhauses versammelt hatten.
Der Vatikan sendete live Bilder aus dem grauen Kleinbus, mit dem das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche durch die Stadt gefahren wurde. Der 84-Jährige soll seine Therapien, die nach seinem Luftröhrenschnitt nötig geworden sind, im Vatikan fortsetzen. Angeblich soll er auch noch immer einen Tubus in der Luftröhre haben, der ihm das Atmen erleichtert.
Der Schnitt war gesetzt worden, weil er nach einem Gripperückfall akute Atembeschwerden hatte. Offen ist noch, in welcher Form Johannes Paul II. an den Feierlichkeiten der Karwoche teilnehmen wird. Für die heiligste Woche im katholischen Kirchenjahr, die am kommenden Sonntag beginnt, hat der Papst erstmals in seinem 26-jährigen Pontifikat Vertreter zur Leitung der Feierlichkeiten ernannt.
"Ich war sehr beeindruckt von ihm, weil er einen ausgesprochen lebendigen Eindruck machte", sagte ein britischer Tourist, der die Rückkehr des Papstes in den Vatikan miterlebte. Johannes Paul II. hatte bereits am Morgen damit überrascht, dass er sich kurz am Fenster seines Krankenzimmers zeigte und sich mit Katholiken unterhielt, die sich im Hof eingefunden hatten. "Liebe Brüder und Schwestern, willkommen! Danke für euren Besuch", sagte er auf Italienisch. Danach wandte er sich auf Polnisch an Gläubige aus seinem Heimatland: "Einen schönen Sonntag und eine gute Woche für alle."
Der Papst musste Ende Februar zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ins Krankenhaus gebracht werden. Nach einem Gripperückfall hatte er erneut Atembeschwerden und wurde operiert. Die Tatsache, dass er nach dem Luftröhrenschnitt zunächst nicht sprechen konnte, schürte neuerliche Spekulationen über seine Fähigkeit, sein Amt weiterzuführen. Der 84-Jährige leidet seit langem an Parkinson und wirkte in den vergangenen Jahren oft sehr gebrechlich.