Gepard entläuft aus Tiergarten Nürnberg - DER SPIEGEL
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Tiergarten Nürnberg: Kleine Raubkatze, wohin gehst du?

Foto: Sven Grundmann/ dpa

Tiergarten Nürnberg Junger Gepard entwischt für einen Tag

Panik im Gehege: Im Nürnberger Zoo wollen Pfleger einem verletzten Jungtier helfen - da springt plötzlich eines der Raubkätzchen aus Angst über den Zaun und entwischt. Einen ganzen Tag lang bleibt der kleine Gepard verschwunden. Zoobesucher kommen ihm schließlich auf die Spur.
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Nürnberg - Eine junge Raubkatze hat sich am Donnerstag im Nürnberger Tiergarten auf und davon gemacht. Der kleine Gepard geriet in Panik, als Pfleger ins Gehege kommen: Sie wollen einem Jungen helfen, das sich bei einem Kletterunfall verletzt hat. Aus Angst flieht eines seiner Geschwistertiere über den stromgesicherten Zaun ins Freie. Erst am Freitagabend ist es den Mitarbeitern des Zoos gelungen, das Junge wieder einzufangen.

Wie der Tiergarten mitteilte, war das drei Monate alte Jungtier schließlich von Besuchern im Wald oberhalb des Kropfgazellengeheges gesichtet worden. 18 Mitarbeiter hätten den Bereich abgesperrt. "Um 19.55 Uhr war der kleine Gepard bereits wieder eingefangen und wurde zurück in den Stall gebracht", teilte der Zoo weiter mit. "Er ist wohlauf."

Zoodirektor Dag Encke hatte bereits zuvor vermutet, dass sich das sechs Kilogramm schwere Tier noch auf dem 65 Hektar großen Zoogelände aufhielt. Eine Gefahr für Zoobesucher stellte das Jungtier ohnehin nicht dar. "Es ist nicht gefährlicher als eine Katze", sagte Encke.

Tierschützer bemängeln fehlendes Sicherheitskonzept

Erst im Januar war der Gepard "Turbo" aus seinem Gehege im Nürnberger Tiergarten ausgebrochen und hatte sich auf ein Pony gestürzt. Das Raubtier habe es anscheinend für eine Gazelle gehalten, vermutete die Tiergartenleitung später. Die Raubkatze konnte zwei Stunden nach dem Angriff wieder eingefangen werden. Sie hatte sich in einem Gebüsch versteckt. Der Tiergarten hatte daraufhin die Umzäunung des Gepardengeheges verstärkt.

Dennoch kritisierten die Tierschutzorganisationen Peta und EndZoo am Freitag erneut die Haltung der Raubkatzen und ein fehlendes Sicherheitskonzept. Sie forderten die Stadt Nürnberg dazu auf, den Vorfall gründlich zu untersuchen. Weil in den vergangenen fünf Monaten damit bereits fünf Geparden aus Zoos im deutschsprachigen Raum ausgebrochen sind, forderte Peta die Einstellung der Geparden-Haltung in Zoos. "Das schnellste Landraubtier der Welt ist in den kleinen Zoogehegen erheblichen Leiden ausgesetzt und wird auch künftig immer wieder seinem Freiheitsdrang nachkommen", teilten die Tierschützer mit.

Erst im Juni seien zwei Geparden aus dem Zoo in Salzburg ausgebrochen, im März entkam ein Gepard im Kölner Zoo seinem "viel zu kleinen Gehege". Während Geparden in der Wildnis eine Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern erreichten, könnten sie in Zoo-Gefangenschaft allenfalls im Kreis laufen.

bos/dpa

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