Gericht in Rom "Kein Sex, kein Geld"
Das Kassationsgericht in Rom gab einem jungen Ehemann Recht, der sich weigerte, seiner mittellosen Ex-Frau monatlich umgerechnet 200 Mark (200.000 Lire) zu zahlen. Die Frau aus dem Abruzzen-Städtchen L'Aquila hatte nach drei Monaten die Scheidung eingereicht, weil es niemals zur intimen Begegnung gekommen war. Sie selbst habe jeden Geschlechtsverkehr verweigert, berichteten Zeitungen am Samstag.
"Kein Sex, kein Geld", kommentierte die römische Zeitung "La Repubblica". Das höchste italienische Gericht meinte, eine Ehe sei keine rein formale Angelegenheit. Wenn es nicht zur "materiellen und geistigen Vereinigung" komme, gebe es auch später keine Ansprüche.
Dagegen äußerten sich Familienrichter und Psychologen kritisch zu dem Urteil. "Wenn sie den Ehemann zurückweist, wird sie ihre Gründe haben", meinte ein Psychiater. "Sex ist lediglich Teil einer Ehe, es gibt auch andere Formen der Intimität", kritisierte ein anderer Richter.