Germanwings-Absturz: Ermittler hält Blackbox-Daten für verwertbar - DER SPIEGEL
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Germanwings-Absturz Französischer Ermittler hält Blackbox-Daten für verwertbar

Die zweite Blackbox der abgestürzten Germanwings-Maschine ist gefunden worden. Das teilten die französischen Ermittler mit. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass sie die Daten auslesen kann.
Germanwings-Absturz: Französischer Ermittler hält Blackbox-Daten für verwertbar
Germanwings-Absturz: Französischer Ermittler hält Blackbox-Daten für verwertbar

Germanwings-Absturz: Französischer Ermittler hält Blackbox-Daten für verwertbar

Foto: AFP/ MINISTERE DE L'INTERIEUR
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Die französischen Ermittler halten die Daten der zweiten Blackbox der abgestürzten Germanwings-Maschine für verwertbar. Der Zustand des Flugdatenschreibers lasse darauf hoffen, teilte der zuständige Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, mit.

500 Parameter seien auf der Blackbox gespeichert, so Robin. Unter anderem Daten zur Geschwindigkeit, der Flughöhe, den Triebwerken, dem Handeln der Piloten, den verschiedenen Steuerformen des Flugzeugs. "Das sind für uns unerlässliche Fakten, um die Wahrheit festzustellen", sagte Robin.

Noch am Donnerstagabend soll der Flugdatenschreiber zur Auswertung zu den Experten des Bureau d'Enquêtes et d'Analyse (BEA) gebracht werden.

Laut Robin wurde der Flugdatenschreiber von einer Polizistin in einer Schlucht entdeckt, die schon mehrfach durchsucht worden war. Er sei jedoch von den Trümmern völlig verdeckt gewesen. Man gehe auch davon aus, dass die Blackbox Feuer ausgesetzt war. Das lasse sich aus schwarzen Spuren außerhalb der Box schließen.

Außerdem identifizierten die französischen Ermittler bei der Analyse der Leichenteile vom Absturzort 150 verschiedene DNA-Profile. "Das bedeutet nicht, dass wir die 150 Opfer identifiziert haben", sagte Robin. Die DNA-Profile müssten nun mit den Vergleichsproben abgeglichen werden, die von den Angehörigen der Toten zur Verfügung gestellt wurden. "Diese Arbeit wird schnell beginnen können, von Anfang kommender Woche an", so der Staatsanwalt.

Co-Pilot informierte sich im Netz über Suizid

Die zweite Blackbox könnte weiteren Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320. Nach der Auswertung des bereits gefundenen Stimmrekorders gehen die Ermittler davon aus, dass der Co-Pilot Andreas Lubitz den Flugkapitän aus dem Cockpit aussperrte und die Maschine mit 150 Menschen an Bord absichtlich gegen eine Felswand über den französischen Alpen steuerte.

Am Donnerstagnachmittag veröffentlichte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft neue Informationen, die diese Annahme der Ermittler untermauern.

Demnach suchte der 27-Jährige im Internet vor den Tagen des Absturzes nach Umsetzungsmöglichkeiten eines Suizids. Das habe die Auswertung von Lubitz' Tablet ergeben, so die Staatsanwaltschaft. Auch soll er "an mindestens einem Tag" und "über mehrere Minuten" gezielt nach Informationen zu den Sicherheitsvorkehrungen an Cockpittüren gesucht haben.

Bei der Durchsuchung von Lubitz' Düsseldorfer Wohnung hatten Beamte zahlreiche medizinische Unterlagen sichergestellt, aus denen sich eine Krankengeschichte rekonstruieren lässt. Ein Psychiater hatte Lubitz zuletzt für fast zwei Wochen krankgeschrieben - wohl wegen einer bipolaren Störung. Nach Angaben der Ermittler zerriss der junge Pilot das Attest und trat seinen letzten Flug an.

Zuletzt war außerdem bekannt geworden, dass Lubitz wegen einer psychischen Krankheit seine Pilotenausbildung bei der Lufthansa unterbrochen und sich in psychotherapeutische Behandlung begeben hatte. Laut Düsseldorfer Staatsanwaltschaft war Lubitz damals selbstmordgefährdet.

Nach der Auszeit musste Lubitz erneut eine Tauglichkeitsprüfung ablegen und wurde im Auftrag der Lufthansa psychiatrisch begutachtet. Im Anschluss an die erfolgreich absolvierten Checks konnte Lubitz seine für sechs Monate unterbrochene Ausbildung an der Flugschule in Bremen wiederaufnehmen.

In seinen Unterlagen wurde in der Folge der Hinweis SIC vermerkt, der für "besondere regelhafte medizinische Untersuchungen" steht und auf eine chronische Erkrankung hindeutet. In Lubitz' Tauglichkeitszeugnis tauchte der Vermerk allerdings nicht auf. Ob es sich dabei um ein Versehen handelte, ist noch unklar. Auch sein späterer Arbeitgeber Germanwings erhielt offenbar keine Informationen über die psychischen Probleme des Piloten.

gam/Reuters/AFP/dpa