Ausstellung: Die Sexarbeiterinnen - DER SPIEGEL
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Ausstellung Die Sexarbeiterinnen

Hure, Bordsteinschwalbe, Prostituierte: Für den Beruf der Sexarbeiterin gibt es viele Namen. Ebenso zahlreich sind Vorurteile und Mythen. Eine Ausstellung in Hamburg will dem Gewerbe zu mehr Akzeptanz verhelfen - mit historischen Exponaten wie Soldatenpräservativen.
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Hamburg - Einige schuften 14 bis 16 Stunden am Tag, sie können sich mittlerweile kranken- und rentenversichern - 200.000 Frauen arbeiten in Deutschland im Sexgewerbe, und der Jahresumsatz wird auf 14 Milliarden Euro geschätzt.



Prostitution sei nichts Außergewöhnliches, sondern ein "Beruf", eine "traditionsreiche Dienstleistung", sagt Elisabeth von Dücker, 50. Mit ihrer Ausstellung "Sexarbeit", die ab dem 4. November im Museum der Arbeit in Hamburg zu sehen ist, möchte sie genau das vermitteln. Der Ausstellungskatalog "Sexarbeit. Prostitution - Lebenswelten und Mythen" zeigt auf Fotos und Abbildungen kulturhistorischer Exponate aus der Zeit von 1850 bis 2005. Dort sind zum Beispiel das Rechnungsbüchlein der registrierten Prostituierten Mathilde Sietz von 1861, Kondome der Wehrmacht oder Fußreifen indischer Tempelprostituierter zu sehen.

Die Prostitution trage wie die "unsichtbare Hausarbeit" zum Funktionieren einer Gesellschaft bei - gesellschaftsfähig allerdings sei sie noch nicht, sagt die Macherin der Ausstellung. Das bestätigt ein Kenner des Gewerbes. "Ich nenne das den McDonald's-Effekt", sagt der Hamburger Bordellbesitzer Andreas Harms. "Keiner geht hin, aber jeden trifft man", erklärt der 34-Jährige.




Elisabeth von Dücker (Hg.): "Sexarbeit. Prostitution - Lebenswelten und Mythen". Edition Temmen, Bremen; 344 Seiten; 24,90 Euro.