Australien Asylbewerber treten in Hungerstreik
Sydney - Hunderte afghanische Asylbewerber sind in Australien nach Angaben eines Flüchtlingsaktivisten in einen Hungerstreik getreten. Im Auffanglager Curtin im Nordwesten des Landes hätten bis zu 300 im Rahmen eines friedlichen Protests die Nahrungsaufnahme öffentlich eingestellt, sagte Ian Rintoul von der Organisation Refugee Action Coalition am Mittwoch.
Darüber hinaus seien 700 weitere Insassen in ihren Zimmern geblieben und hätten das Essen verweigert. Ihr Protest richtet sich demnach gegen die monatelange Bearbeitungszeit der Asylanträge und die hohe Zahl an abschlägigen Bescheiden.
Eine Sprecherin des Auffanglagers bestätigte die Aktion, sprach aber von einer viel geringeren Beteiligung. Ihren Angaben zufolge nahmen daran lediglich rund 150 Männer teil. Von ihnen hätten höchstens bis zu 30 gegenüber der Leitung erklärt, in einen Hungerstreik getreten zu sein. Zugleich räumte sie ein, dass zum Essen am Dienstagabend lediglich 400 der 1100 Flüchtlinge erschienen seien. Allerdings hätten diese Essen für andere mit auf die Zimmer genommen.
Seit 2008 haben rund 4300 Afghanen Zuflucht in Australien gesucht. Derzeit leben dort 2700 Afghanen in Auffanglagern, die sie bis zur Klärung ihres Aufenthaltsstatus nicht verlassen dürfen. Bisher hat die australische Regierung noch keinen afghanischen Flüchtling nach der Ablehnung von Asyl zur Rückkehr in seine Heimat verpflichtet.
Am Dienstag unterzeichneten die Regierungen beider Länder allerdings ein Abkommen, wonach afghanische Flüchtlinge zwangsweise in ihre Heimat abgeschoben werden können, wenn sie in Australien kein Asyl bekommen.