Berlin räumt nach "Jahrhundert-Regen" auf - DER SPIEGEL
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Unwetter über der Hauptstadt Berlin gezeichnet von "Jahrhundertregen"

Die starken Niederschläge machen den Hilfskräften in Berlin weiter zu schaffen. Binnen 24 Stunden fiel mancherorts ein Drittel der sonst in einem ganzen Jahr üblichen Regenmenge - und es soll weiter regnen.
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Die Folgen des Starkregens am Donnerstag und Freitag beschäftigen die Einsatzkräfte in und rund um Berlin weiter. Die Feuerwehr in der Hauptstadt zählte nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 1800 witterungsbedingte Einsätze. Erst nach mehr als 24 Stunden hob die Behörde den Ausnahmezustand auf. Die Helfer hätten es jedoch weiterhin mit zahlreichen vollgelaufenen Kellern zu tun. Bei weniger als fünf Zentimeter Wasser im Keller solle man sich erst einmal selbst helfen, appellierte ein Feuerwehrsprecher.

Die Berliner Wasserbetriebe meldeten für die Bezirke Spandau und Wilmersdorf Regenfälle von rund 150 Liter pro Quadratmeter in weniger als 24 Stunden. In Tegel brachte Tief "Rasmund" laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sogar 197 Liter je Quadratmeter. Der DWD nannte den Regen sintflutartig.

"Niemand bei uns hat so etwas schon einmal gesehen", sagt Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe. Normal für Berlin seien 580 Liter - pro Jahr. Solche Regenmassen in so kurzer Zeit fallen laut der Wasserbetriebe statistisch gesehen nur alle 100 Jahre vom Himmel. Der letzte an einer Messstation an der Freien Universität gemessene Rekord stammt laut einem FU-Meteorologen vom 14. August 1948 - und lag bei 127,7 Liter Regen pro Quadratmeter.

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Jahrhundertregen über Berlin: Die große Flut

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Der Starkregen hatte weitreichende Überschwemmungen ausgelöst. Im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr kam es zu massiven Behinderungen. U-Bahnsteige wurden überflutet, Nahverkehrsstrecken und auch Teile der Berliner Stadtautobahn 100 waren gesperrt. Im Stadtteil Charlottenburg mussten Bewohner aus Sicherheitsgründen zeitweise ihr unterspültes Haus verlassen.

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Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpa

1400 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren zu Spitzenzeiten im Einsatz. Seit dem Sturm "Anita" 2002 habe es das nicht mehr gegeben. Innensenator Andreas Geisel dankte den Einsatzkräften: "Die Berliner Feuerwehr hat in den letzten 24 Stunden Außergewöhnliches geleistet", sagte der SPD-Politiker.

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Auch im brandenburgischen Oranienburg kämpften die Behörden weiter mit den Schäden des Unwetters. Die Kreisverwaltung Oberhavel war teils geschlossen. In die unteren Serverräume der Verwaltung war Wasser gelaufen. In Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern musste die Premiere der Schlossinselfestspiele abgebrochen werden.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet auch für das Wochenende in vielen Teilen Deutschlands mit Dauerregen. Die Intensität der Niederschläge lasse aber nach. Für Berlin und Brandenburg wurde eine Unwetterwarnung aufgehoben. Für den Nordosten und Norden warnte der DWD allerdings weiter vor andauernden Regenfällen und Sturmböen.

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apr/dpa/AFP