Bizarrer Bordell-Streit: Eine Stadt erregt sich - DER SPIEGEL
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Bizarrer Bordell-Streit Eine Stadt erregt sich

Das beschauliche Weinheim an der Bergstraße entwickelt sich zu einem Eldorado der Sex-Dienstleistung. Ein neues Megabordell in einer denkmalgeschützten Mühle sorgt jetzt für Ärger - eine Bürgerinitiative macht mobil gegen das Projekt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Weinheim - Das Wichtige ist das Äußere, zumindest für die Denkmalbehörde in Weinheim. Und nach vielen Jahren scheint jetzt ein Investor bereit, die historische Getreidemühle am Stadtrand der 42.000 Einwohner zählenden Stadt im Rhein-Neckar-Kreis zu renovieren.

230.000 Euro aus öffentlichen Mitteln sind eingeplant, um die Verwandlung der Industrieruine in ein Megabordell zu unterstützen. Doch die horizontale Nutzung der Gewerbefläche stößt auf Widerstand: Eine Anti-Puff-Bewegung macht gegen das Projekt mobil.

"Sex-Dienstleistungen gibt es in Weinheim schon mehr als genug" sagt Hans Bayer, ein ehemaliger Richter und Begründer einer Bürgerinitiative mit über 200 Mitgliedern. Er verweist auf "sechs Bordelle, zwei Swinger-Clubs, Sado-Maso-Dominas und diverse Homosexuellen-Parkplätze".

Das neue Bordell in der alten Mühle würde den Fremdenverkehr jedoch weiter ankurbeln: Bis zu vierzig Prostituierte sollen dann in dem alten Gemäuer arbeiten. Genehmigt wurden, laut Bauvorbescheid "Freizeit-, Sport und Saunaeinrichtung mit der Möglichkeit gegen Vergütung Verträge über sexuelle Dienstleistungen abzuschließen".

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