Tote und Vermisste Boot mit indonesischen Migranten sinkt vor Malaysia
Kuala Lumpur - Sie wollten in die Heimat, um dort den Fastenmonat Ramadan zu begehen. Doch die Überfahrt von Malaysia nach Indonesien endete dramatisch: Vor der Küste von Banting, rund 45 Kilometer westlich der Hauptstadt Kuala Lumpur, kenterte das Holzboot mit 97 indonesischen Migranten an Bord.
Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, 60 konnten gerettet werden. Von den verbliebenen 35 fehlt laut Seesicherheitsbehörde noch jede Spur. Ein Schiff und mehrere Boote suchen jetzt nach den Vermissten. In Kürze soll ein Hubschrauber aus der Luft die Rettungskräfte verstärken.
Der Notruf hatte die Behörden um kurz nach Mitternacht erreicht. Das Boot sank etwa 3,7 Kilometer von der Küste entfernt. Eine Ursache für das Unglück nannten die Ermittler zunächst nicht. "In dieser Jahreszeit sind die Wellen dort sehr hoch", sagte ein Sprecher der Behörde.
An Bord waren überwiegend Indonesier, unter ihnen Frauen und Kinder. Die Geretteten werden derzeit betreut. "Sie stehen unter Schock, aber wir kümmern uns um sie", sagte der Sprecher.
Das Boot sei "illegal" und für eine Seereise "nicht geeignet" gewesen, sagte Mohammed Zuri, von der Malaysian Maritime Enforcement Agency (MMEA).
Malaysia ist deutlich wohlhabender als Indonesien. Geschätzt zwei Millionen nicht registrierte Migranten arbeiten hier illegal, davon Zehntausende Indonesier auf Plantagen. Sie reisen oft per Boot über die Straße von Malakka ein. Die indonesische Insel Sumatra ist etwa 60 Kilometer entfernt.