Britisches Abnehmprogramm: Mit Geld gegen Hüftgold - DER SPIEGEL
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Britisches Abnehmprogramm Mit Geld gegen Hüftgold

Mehr Geld für weniger Gewicht: Das britische Gesundheitsministerium will neue Anreize schaffen, um die Bürger zum Abnehmen zu bewegen. Den Bierbauch soll man auf der Insel künftig gegen Shopping-Gutscheine eintauschen.
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London - Für das Programm "Gesundes Gewicht, gesundes Leben" will die britische Regierung insgesamt rund 372 Millionen Pfund ausgeben. Ziel ist es, den Anteil übergewichtiger Menschen bis zum Jahr 2020 auf das Niveau aus dem Jahr 2000 zu reduzieren, schreibt "Times Online".

"Wir werden überlegen, ob finanzielle Anreize, wie Geld, Gutscheine und andere Belohnungen, Menschen dazu ermutigen können, abzunehmen und ihr Gewicht dann auch zu halten, sich gesünder zu ernähren und sich dauerhaft mehr zu bewegen", heißt es laut "Times Online" in dem Bericht. Die Internetseite zitiert Gesundheitsminister Alan Johnson mit den Worten: "Der Kern des Problems ist einfach. Wir essen zu viel und wir bewegen uns zu wenig. Die Lösung ist schwieriger."

Gesundheitsminister Johnson und Familienminister Ed Balls wollen, dass England die erste führende Wirtschaftsnation wird, die es schafft, den seit Jahren steigenden Taillenumfang von Kindern zu reduzieren. Rund 75 Millionen Pfund gibt die Regierung deshalb für eine Kampagne aus, die für ein gesundes Leben wirbt.

Mit "laufenden Bussen" gegen den Speck

Unter anderem soll es an Schulen verpflichtende Kochstunden geben, die Kinder sollen im Unterricht verschiedene Obstsorten probieren und statt mit dem Bus zu Fuß zur Schule gebracht werden - von so genannten "laufenden Bussen", Erwachsenen, die Schülergruppen auf dem Weg in die Klassen begleiten.

Außerdem werden Schulen dazu angehalten, einen Blick in die Butterbrotdose der Kinder zu werfen und zu überprüfen, was die Kinder während des Unterrichts essen. Die Eltern werden ermutigt, die Zeit, die ihre Söhne und Töchter vor dem Computer oder Fernseher verbringen, mit technischen Hilfsmitteln zu begrenzen.

Weitere 30 Millionen Pfund sollen in den Ausbau der Städte fließen: für sichere Geh- und Radwege. Alan Johnson sagte "Times Online", man erwäge auch eine Verschärfung der Gesetze, sollten sich die Lebensmittelhersteller weigern, sich auf eine einheitliche Produktkennzeichnung zu verständigen.

Der Vorreiter: die USA

Der Bericht der Regierung bezieht sich auf Erkenntnisse aus den USA, die belegen, dass kleine finanzielle Anreize im Rahmen eines breiter angelegten Programms dazu beitragen können, dass Menschen ihr Gewicht reduzieren. Unter anderem will man im Vereinigten Königreich auch darüber nachdenken, entsprechende Entlohnungen vom Arbeitgeber zahlen zu lassen.

Rund ein Viertel der erwachsenen Briten und rund ein Fünftel der Kinder im Vereinigten Königreich leiden unter krankhaftem Übergewicht - Tendenz seit Jahren steigend. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2050 60 Prozent aller Männer, 50 Prozent aller Frauen und 25 Prozent der Kinder übergewichtig sein werden, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das Übergewicht führt zu erheblichen Gesundheitsschäden: Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs und Diabetes zu erkranken, steigt ebenso wie die Gefahr von Herz- und Leberschäden.

han