Interview Dalai Lama hat keine Vorbehalte gegen Homo-Ehe
Dalai Lama (bei einem Empfang mit Parlamentariern in Washington): "Individuelle Entscheidung"
Foto: Charles Dharapak / AP / dpaWashington - Der Dalai Lama sieht gleichgeschlechtliche Ehen als unproblematisch an. Wenn beide Partner dadurch zufriedener seien, sei dies in Ordnung, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter in einem Interview mit US-Talkveteran Larry King. Dies sei eine "individuelle Entscheidung".
Auf Kings Frage, wie er über die sogenannte Homo-Ehe denke, hatte der Dalai Lama laut "Huffington Post" zunächst auf die jeweiligen Landesgesetze verwiesen . Auf Nachfrage sagte er, er persönlich habe kein Problem damit. Menschen mit einem bestimmten Glauben oder bestimmten Traditionen sollten diesen allerdings folgen, fügte er dem Online-Portal "Pinknews.co.uk" zufolge allerdings hinzu. Das vollständige Interview soll demnach am 10. März ausgestrahlt werden.
Zugleich verurteilte der Dalai Lama die Diskriminierung Homosexueller. Der buddhistische Geistliche hält sich derzeit zu einem Besuch in den USA auf. Vor zwei Wochen wurde er von Präsident Barack Obama zu einem Gespräch im Weißen Haus empfangen.
Während die Homo-Ehe im Westen auf immer größere Akzeptanz stößt, ist sie in den mehrheitlich buddhistisch geprägten Staaten verboten. In Ländern wie Nepal, Taiwan oder Vietnam wird das Thema aber zunehmend diskutiert.
Der Dalai Lama lebt seit seiner Flucht nach einem gescheiterten Aufstand 1959 mit zahlreichen Landsleuten im Exil in Nordindien. Seine politische Rolle als Oberhaupt der tibetischen Exilregierung gab er im Jahr 2011 auf.