Defekte Klimaanlagen und Überfüllung ICE-Züge machen über Ostern Probleme
ICE der Deutschen Bahn: Pannen-Serie über Ostern
Foto: Bernd Thissen/ dpaDas Chaos begann am Karfreitag: In Münster musste ein überfüllter Zug von Frankfurt/Main nach Westerland auf Sylt teilweise geräumt werden. Der IC 2310 war zuvor aus Sicherheitsgründen gestoppt worden.
Am Ostersamstag blieb ein ICE bei Hämelerwald (Lehrte) laut Bahn wegen eines kaputten Stromabnehmers stehen. Als Folge fiel die Klimaanlage komplett aus, zur Belüftung musste das Personal die Zugtüren öffnen. Die Fahrgäste wurden schließlich über Brücken in einen parallel geparkten ICE evakuiert und kamen mit zweistündiger Verspätung in Berlin an.
Technische Probleme gab es auch am Ostersonntag: In mehreren ICE-Waggons zwischen Wolfsburg und Berlin seien die Klimaanlagen ausgefallen. Bahnsprecher Dirk Pohlmann sagte der Zeitung: "Der Grund dafür ist ein technisches Bauteil, das ab und an ausfällt. Dadurch kann es in einzelnen Waggons zu Ausfällen kommen."
Am Ostermontag wurden schließlich in Halle an der Saale rund 60 Menschen aus einem aus allen Nähten platzenden ICE zum Ausstieg aufgefordert. Der ICE 1208 war auf dem Weg von München nach Stralsund. "Der Zug war überbesetzt", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.
Reservierungspflicht für alle, um Überfüllungen vorzubeugen?
Passagiere ohne Reservierung seien an der Station gebeten worden, auszusteigen. Sie konnten ihre Reise mit späteren Zügen oder anderen Verbindungen fortsetzen. Als Entschädigung hätten sie Reisegutscheine in Höhe von je 25 Euro erhalten. "Der ICE mit rund 350 Sitzplätzen ist nur für eine bestimmte Zahl Reisender zugelassen", sagte die Sprecherin.
Mit einer Reservierungspflicht für alle Reisenden könnte nach Angaben der Bahnsprecherin dem Problem vorgebeugt werden. Es sei allerdings weder im Sinne der Bahn noch der Fahrgäste, die flexible Nutzung des Angebots einzuschränken.
Für den Fahrgastverband "Pro Bahn" haben die Pannen allerdings andere Ursachen: "Das Problem ist die Sparwut der Bahn. Der Konzern hat Raubbau an den Zügen betrieben, um Kosten zu sparen", sagt Verbandssprecher Hartmut Buyken.