Queen Elizabeth II: Darum findet die Königin ihre letzte Ruhe in einem bleiernen Sarg - DER SPIEGEL
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Historisches Bestattungsritual Darum findet die Queen ihre letzte Ruhe in einem bleiernen Sarg

Queen Elizabeth II. wird nun zu Grabe getragen. Bestattet wird die britische Königin in einem Sarg aus englischer Eiche – und Blei. Dem Metall werden einige besondere Eigenschaften zugeschrieben.
Sarg der Queen: Das Blei macht den Sarg schwer, acht Sargträger werden benötigt
Sarg der Queen: Das Blei macht den Sarg schwer, acht Sargträger werden benötigt

Sarg der Queen: Das Blei macht den Sarg schwer, acht Sargträger werden benötigt

Foto: Sarah Meyssonnier / dpa

Der Sarg von Queen Elizabeth II. ist mit einer Schicht Blei ausgekleidet. Diese Tradition der britischen Royals soll den Sarg luftdicht abschließen und die Feuchtigkeit draußen halten. Das trägt dazu bei, den Leichnam nach seiner Beisetzung länger zu erhalten, der Verwesungsprozess wird verlangsamt.

Das Blei soll auch dafür sorgen, dass Gerüche nicht so leicht entweichen können. Das ist deshalb wichtig, weil die Queen nicht auf einem klassischen Friedhof, sondern in einer Krypta beigesetzt wird. Konkret in der König-Georg-VI.-Gedächtniskapelle auf Schloss Windsor.

Nachteil: Das Metall macht den Sarg deutlich schwerer. Acht Sargträger werden für ihn benötigt, wenn die Queen am Abend beigesetzt wird. Auch der Sarg von Prinz Philip, dem im April 2021 verstorbenen Ehemann der Queen, hat solch eine Bleiauskleidung.

Sarg schon vor Jahrzehnten gefertigt

Von außen dürfte von dem giftigen Schwermetall nichts zu sehen sein. Der Sarg wurde der »Times« zufolge vor mindestens 32 Jahren aus englischer Eiche gefertigt. Dieses Holz wird mittlerweile immer seltener genutzt, die meisten Holzsärge sind aus amerikanischer Eiche.

Bestatter der königlichen Familie ist die Londoner Firma Leverton & Sons, allerdings erst seit 1991. Der Sarg für die Queen war damals schon fertig und das Unternehmen weiß nach eigenen Angaben nicht, wer ihn gefertigt hat, wie die Zeitung berichtete.

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Der Sarg hat zudem einen extra stabilen Deckel, denn während der Aufbahrung und der Trauerfeier liegen Königskrone, Zepter und Reichsapfel darauf. Die Messinggriffe des Sargs wurden laut »Times« eigens für königliche Särge von einer Firma in Birmingham entworfen. »Das ist nicht etwas, das man an einem Tag machen kann«, sagte Andrew Leverton, der das vom Königshaus beauftragte Bestattungsunternehmen leitet.

Heide, Wicken und Dahlien als Sargschmuck

Die Öffentlichkeit bekam den Sarg der Queen zum ersten Mal am Sonntag vergangener Woche zu sehen. Geschmückt war er mit der schottischen königlichen Standarte und einem Kranz aus weißem Heidekraut, Dahlien und Wicken aus den Gärten von Schloss Balmoral in Schottland. Hier war Elizabeth II. am 8. September im Alter von 96 Jahren gestorben.

Nach seiner Aufbahrung im Holyrood-Palast in der schottischen Hauptstadt Edinburgh wurde der Sarg am vergangenen Montag von einem verglasten Leichenwagen in einer Prozession mit König Charles III. und anderen Mitgliedern des Königshauses in die St. Giles-Kathedrale gebracht.

Eine Maschine der Royal Air Force brachte den Sarg schließlich am Dienstag von Schottland nach London, wo er am Mittwoch für die Zeit bis zur Trauerfeier feierlich in Westminster Hall aufgebahrt wurde. Unzählige Menschen defilierten am Sarg vorbei, um Abschied von der britischen Königin zu nehmen.

Nach der Trauerfeier in der Londoner Westminster Abbey am Montag werden ihre sterblichen Überreste nach Windsor gebracht. In der dortigen Schlosskapelle wird der Sarg am Montagabend neben dem von Prinz Philip seinen Platz bekommen.

apr/AFP

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