Erste Homo-Ehen in Hawaii: Hochzeit in Waikiki
Erste Homo-Ehen in Hawaii Hoffnung auf den Las-Vegas-Effekt
Honolulu - Sechs Paare haben den Anfang gemacht. In einem Resort am Strand von Waikiki wurden die ersten Homo-Ehen in der Geschichte Hawaiis geschlossen. Seite an Seite und beobachtet von Hunderten Gästen gaben sie sich das Eheversprechen.
Mitte November hatte der US-Bundesstaat gleichgeschlechtliche Ehen per Gesetz erlaubt. Nun dürfen gleichgeschlechtliche Paare dort heiraten, und auch rechtlich sind sie dann heterosexuellen Eheleuten gleichgestellt.
Zu den ersten, die sich nach Inkrafttreten des Gesetzes am Montag trauen ließen, gehörte Saralyn Morales. "Es geht darum, die Bindung mit dem Menschen offiziell zu machen, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen will", sagte sie. Kurz zuvor hatte Morales gemeinsam mit ihrer Partnerin Isajah eine kleine Hochzeitstorte angeschnitten.
Unter den ersten Brautpaaren waren auch die pensionierten Professoren Rod Powell, 78, und Bob Eddinger, 74. Die beiden sind miteinander liiert, seit sie sich 1977 an der Universität von Hawaii begegneten. Sie haben drei Kinder großgezogen.
"Ich habe Bob gefragt: 'Würdest du mich noch einmal auswählen?' Und er hat mich angeschaut und geantwortet: 'Ich wähle dich jeden Tag aus!'", sagte Powell, "ich denke, das sagt alles darüber aus, was wir füreinander empfinden."
Mit Hawaii haben insgesamt 16 US-Bundesstaaten und Washington D.C. die Homo-Ehe legalisiert. "Wir haben uns für diesen besonderen Tag entschieden, um unsere Hochzeit als bedeutenden Schritt bei der Verwandlung der Gesellschaft zu feiern - hin zu mehr Gleichheit und Gerechtigkeit", sagte Powell.
Hawaii hofft zudem noch auf einen weiteren positiven Effekt, den Las-Vegas-Effekt, wenn man so will: einen Boom lesbischer und schwuler Urlauber auf seinen Inseln. Wissenschaftler der Universität von Hawaii erwarten, dass die Einnahmen durch Heiratswillige und Flitterwöchner über die kommenden drei Jahre um 217 Millionen Dollar (etwa 161 Millionen Euro) steigen dürften.