Sommeranfang in Deutschland: So war das wärmste Wochenende 2010
Erstes Sommerwochenende Angrillen, aalen, aaah!
Hamburg - Das Plop-Geräusch von Flip-Flops ist wieder auf den Straßen zu hören, Strandkörbe sind ausverkauft, Eisdielen gut gefüllt, und beim Rock-am-Ring-Festival war Sonnenbrand das größte Problem: Das Hoch "Urs" hat ganz Deutschland am Wochenende Bilderbuchwetter beschert, vielerorts war es der bislang wärmste Tag des Jahres.
Doch schon ab Sonntagabend ist Schluss mit Gute-Laune-Wetter: Der Trend für die kommende Woche sieht düster aus (siehe Kasten in der linken Spalte). Nach der sommerlichen Hitze am Wochenende sorgt Kaltfront "Cordula" zunächst vor allem im Norden für Regen, Gewitter und Abkühlung, wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntag mitteilte.
Ab Montagmittag setzt sich dann aber von Westen her wieder die Sonne durch. Trotzdem muss in den kommenden Tagen vor allem im Süden und Westen vereinzelt mit Schauern und Gewitter gerechnet werden, am Montag vor allem am Alpenrand und im Osten. Wenigstens rutschen die Temperaturen nicht komplett ab: Im Südwesten bleibt es mit 26 Grad sehr angenehm, die Lausitz kommt auf 23 Grad, Berlin auf 22. Nur an den Küsten müssen die kurzen Hosen bei 16 Grad kurzzeitig wieder in die Schränke zurück.
Heftige Schauer und Sturmböen
Auch Mitte der Woche ist keine Rückkehr zum Badewetter in Sicht: Dienstag und Mittwoch bleibt es unbeständig. Dann entladen sich vor allem über dem Süden und Westen Deutschlands am Nachmittag und Abend teils kräftige Gewitter, die örtlich heftige Schauer, Hagel und Sturmböen mit sich bringen. Bundesweit werden Höchstwerte zwischen 16 und 25 Grad erreicht. Im Süden und Osten kann es sogar noch ein paar Grad wärmer werden.
Und das nächste Wochenende? Der Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst wagte eine Prognose für den Start der Fußball-Weltmeisterschaft. "Die Tendenz deutet im Osten auf Gewitter und insgesamt auf wechselhaftes Wetter hin. Es gibt keinen blauen Himmel, aber auch keinen Dauerregen." An das Sommermärchen von 2006 dürfte demnach kaum etwas erinnern. Wie gut, dass die Spieler diesmal in Südafrika und nicht auf Schalke auflaufen.
So war das Wochenende mit "Urs"
An vielen Orten des Landes war Sonntag dank Wetterhoch "Urs" der bisher wärmsten Tag des Jahres. Nördlich einer Linie zwischen Berlin und dem emsländischen Lingen war der Sonntag laut Deutschem Wetterdienst meteorologisch der erste Sommertag überhaupt in diesem Jahr. Das heißt, die Temperaturen stiegen auf mehr als 25 Grad.
In Berlin trieb die Wärme das Thermometer auf 28 Grad, so hoch wie noch nie 2010. Weiter südlich wurde sogar die 30-Grad-Marke erreicht, unter anderem in Karlsruhe, Waldshut, Mannheim und Bendorf bei Koblenz. Eisdielen, Freibädern und Strandkorbbesitzern bescherte der meteorologische Sommeranfang klingende Kassen.
Auch bei den beliebten Musikfestivals Rock am Ring in der Eifel und Rock im Park in Nürnberg blieb es bis zuletzt trocken. Dafür zählte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bei Rock am Ring mit zahlreichen Fällen von Hitzeschlag und Sonnenbrand 8000 Einsätze, so viel wie niemals zuvor in der 25-jährigen Geschichte des Festes. Sogar Verbrennungen bis zweiten Grades mit Blasenbildung habe es gegeben, sagte DRK-Sprecher Thorsten Trütgen. Ein schwacher Trost für die Helfer, aber ein großer für die oft von Regen und Matsch geplagten Musikfans: Der Regen kam erst am späten Sonntagnachmittag.