Fahrerflucht: Unfallopfer lag vier Tage am Straßenrand - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fahrerflucht Unfallopfer lag vier Tage am Straßenrand

Fahrerflucht im hessischen Main-Taunus-Kreis: Ein Imbissbetreiber wurde von einem Auto erfasst und so schwer verletzt, dass er starb. Der Fahrer entkam zunächst unerkannt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen polnischen Erntehelfer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Flörsheim - Wie jeden Abend hatte ein 53-jähriger Imbissbudenbesitzer am Freitag seine Dönerbude im hessischen Flörsheim geschlossen und sich zu Fuß auf den Heimweg nach Hattersheim-Okriftel gemacht. Auf der Straße erfasste ihn der Polizei zufolge ein Pkw und schleuderte ihn in ein angrenzendes Weizenfeld.

Die türkische Familie wartete an diesem Abend vergeblich auf den Mann und meldete ihn schließlich als vermisst. Vier Tage lag die Leiche am Straßenrand, dann fanden Angehörige sie während einer Suchaktion in der Nacht zum Mittwoch. Nach Informationen des Radiosenders FFH war der Türke kurz nach der Kollision seinen schweren Verletzungen erlegen.

Noch während die Polizei am Tatort Spuren sicherte, meldete sich ein Zeuge, der sich das Nummernschild des Unfallwagens notiert hatte. Am Steuer des Autos saß laut Polizei ein 28-jähriger Erntehelfer aus Polen. Er soll den Imbissbesitzer überfahren und auf der Straße liegengelassen haben.

Gegen den Polen wird wegen fahrlässiger Tötung, Unfallflucht und Fahrens ohne Führerschein ermittelt. Er kam am Mittwoch gegen Kaution auf freien Fuß. Eigenen Angaben zufolge glaubte er, lediglich einen Leitpfosten gestreift zu haben. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an.

ala/dpa