Leihräder in China: Der Turmbau zu Radel
Leihräder in China Total gerädert
Wer durch deutsche Großstädte fährt, sieht sie inzwischen regelmäßig: Fahrräder, die jedermann an etlichen Leihstationen ausleihen kann. Im Berufsverkehr ist das oft praktisch, außerdem soll das Konzept die Umwelt schonen - je mehr Menschen radeln, umso weniger Schadstoffe pusten Autos in die Luft. In China ist der Plan jetzt allerdings, na ja, ziemlich schiefgegangen.
In der südchinesischen Stadt Shenzhen haben Hunderte Nutzer eines solchen Services ein Rad ausgeliehen - und anschließend einfach auf die Straße gelegt. Irgendwann, so berichtet es unter anderem der britische "Guardian", war für die vielen Räder offenbar schlichtweg kein Platz mehr, und etwa 500 Exemplare landeten auf chaotischen Haufen am Straßenrand.
Dabei hatte es zuvor so ausgesehen, als stieße der Leihservice auf enormes Interesse in der Millionenmetropole. Dem Bericht zufolge hatten sich etliche Einwohner die App heruntergeladen, mit der Nutzer die Fahrräder entleihen können. In China boomt die Sharing Economy - warum aber gibt es nun bergeweise lädierte Fahrräder, aber nicht etwa Tausende verwüstete Airbnb-Wohnungen in dem Land?
Leihräder in China: Der Turmbau zu Radel
Bislang gibt es nur dürftige Erklärungsversuche: "Manche Menschen in diesen Tagen haben einfach einen schlechten Charakter", sagte etwa einen Anwohner dem "Southern Metropolis Daily". "Wenn sie es benutzt haben, werfen sie es einfach weg, weil sie ja schon bezahlt haben." Er habe sogar beobachtet, wie einige ihre Fahrräder absichtlich demoliert und dann weggeworfen hätten.
Zhuang Chuangyu, ein Vertreter des Kommunalparlaments, forderte politische Maßnahmen: Die Anforderungen an die Leihradbranche müssten erhöht werden. Letztendlich gehe es darum, die Sicherheit im Straßenverkehr gerade bezogen auf Fahrräder zu erhöhen - denn diese würden etwa auch von Schulkindern genutzt.