Falsche Väter "Kuckuckskinder" sind seltener als angenommen
Hamburg - Der Autor einer neuen Studie, Professor Mark Bellis, erklärte in der Zeitschrift "Brigitte", dass lediglich 3,7 Prozent der europäischen Mädchen und Jungen nicht von dem Mann stammen, der als ihr Vater gilt. Für seine Untersuchung hatte Bellis 33 amerikanische und europäische Studien von 1950 bis 2004 mit mehr als 300.000 getesteten Personen ausgewertet.
Der Professor von der John Moores University im englischen Liverpool gab zu, dass bei diesen Studien auch Ergebnisse aus Gen-Analysen verwendet worden waren, bei denen Männer aus einem begründeten Verdacht heraus einen Test angestrengt hätten. Aussagekräftiger sind dem Experten zufolge Untersuchungen, bei denen Männer zum Gentest gingen, "weil sie wissen wollen, ob sie eine Erbkrankheit haben". Als Nebeneffekt komme dabei manchmal heraus, dass sie gar nicht der Vater ihres Kindes sein könnten, sagte er der Zeitschrift.
Bellis widersprach in dem Interview dem Klischee, Frauen würden Männern absichtlich ein Kuckuckskind unterschieben: "Oft sind sich Frauen am Anfang oder Ende einer Beziehung selbst nicht ganz sicher, ob das Kind vom letzten oder vom neuen Mann stammt." Er riet allen zweifelnden Paaren, vor einem Test eine Beratungsstelle aufzusuchen.