Fingerhakeln: Zieeeeeh!
Meisterschaft im Fingerhakeln Sportler unter Zugzwang
Zwei ganze Kerle, verbunden durch nichts als eine Lederschlaufe und den Willen, den anderen über den Tisch zu ziehen. Das ist Fingerhakeln.
Einmal im Jahr treffen sich die Besten zur deutschen Meisterschaft, die eigentlich eine bayerische ist, weil der Sport außerhalb der Alpenregion wenige Aktive hat. So ist der Wettkampf dann auch entsprechend geprägt: Lederhosen und Trachtenhut als Sporttrikot, Maßkrüge bei den Zuschauern.
Und so geht's: Zwei Männer haken ihre Finger in einen Lederring ein, dahinter sitzen die Auffänger, falls es einen der Sportler vom Hocker holt. Gibt der Schiedsrichter das Startzeichen, wird gehakelt, bis einer loslässt oder die Tischseite wechselt. Dabei zählen drei Dinge: Kraft, Technik und die Überwindung des Dehnungsschmerzes. In den 5 bis 45 Sekunden andauernden Matches legen sich die Kontrahenten nicht nur mit aller Kraft und ihrem ganzen Gewicht ins Zeug, sondern stützen sich zusätzlich mit dem Schienbein an der Tischkante ab.
Manchmal fließt Blut, oft reißt die Haut, selten eine Sehne. Deshalb geht es beim Training auch nicht nur darum, die Muskeln zu stählen, sondern eine möglichst dicke Hornhaut zu entwickeln.
In diesem Jahr fand die 60. deutsche Meisterschaft im Fingerhakeln in Garmisch Partenkirchen statt. Bilder eines Volkssports, bei dem nur die Finger in den Ring steigen:
Fingerhakeln: Zieeeeeh!