Frankfurter Opernball Gala mit Gewaltausbruch
Frankfurt/Main - Die Demonstration gegen Sozialkürzungen
anlässlich des traditionellen Frankfurter Opernballs ist heute Abend in einem Gewaltausbruch eskaliert. Wie ein
Polizeisprecher der Mainmetropole mitteilte, warfen zahlreiche
Demonstranten nach Ende der Kundgebung mit Steinen, zerstörten Fensterscheiben und begingen weitere nicht näher bezeichnete Sachbeschädigungen. Es sollen auch Container
angezündet worden sein. Der Frankfurter Polizeipräsident sagte der Nachrichtenagentur AP am Rande des Opernballs, es habe 100 bis 120 Festnahmen gegeben. Gegen 19.30 Uhr endeten die Gewalttätigkeiten, die Demonstranten zogen sich zurück.
Als die etwa 2200 Gäste des Opernballs, darunter die Schauspielerin Ornella Muti und die ehemalige Schwimmerin Franziska van Almsick, in der Alten Oper eintrafen, waren die Krawalle bereits beendet.
Rund 600 Demonstranten waren von 16 Uhr an zunächst friedlich vom Hauptbahnhof in die Frankfurter Innenstadt gezogen. Als es um 18 Uhr zu Auseinandersetzungen kam, wurde die Demonstration als beendet erklärt. Laut Polizei zogen daraufhin etwa 200 Teilnehmer randalierend durch die Innenstadt. Einsatzkräfte waren seit den Mittagstunden entlang der Marschroute aufgestellt. In den vergangenen beiden Jahren war es nach dem Protestzug zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen linksgerichteten Demonstranten und der Polizei gekommen.
Der Opernball selbst begann gegen 20.30 Uhr mit halbstündiger
Verspätung. Zu den Gästen zählten neben anderer Prominenz aus Politik und Showgeschäft auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Die Besucher des Opernballs haben pro Karte zwischen 130 und 655 Euro bezahlt. Rund 180 Künstler unterhalten die Gäste, unter ihnen die britische Popsängerin Kim Wilde, die Boney M.-Frontfrau Liz Mitchell und der amerikanische Sänger Al Martino.
kai/AP/dpa