Germanwings-Katastrophe: Konvoi bringt Särge nach Haltern - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Germanwings-Absturz: Konvoi nach Haltern

Foto: Martin Meissner/ AP/dpa

Germanwings-Katastrophe Trauerzug bringt Schülersärge nach Haltern

Beim Absturz des Germanwings-Flugs starben im März auch 16 Schüler und zwei Lehrerinnen aus Haltern am See. In einer bewegenden Zeremonie erreichten die Särge nun die Heimat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Konvoi aus schwarzen und weißen Leichenwagen fährt die Särge vom Flughafen Düsseldorf nach Haltern am See. In ihnen liegen die sterblichen Überreste von 16 Schülern und zwei Lehrerinnen aus der Stadt am Nordrand des Ruhrgebiets. Zweieinhalb Monate nach der Germanwings-Katastrophe in Frankreich kehren die Toten heim.

Am Dienstag war eine Sondermaschine aus Frankreich mit den sterblichen Überresten von 44 der insgesamt 72 deutschen Todesopfer auf dem Düsseldorfer Flughafen gelandet. Die Särge wurden dann am Mittwoch den Angehörigen übergeben.

Kritik aus dem Betreuerteam der Angehörigen

Den Konvoi nach Haltern begleiteten eine Polizeieskorte sowie Wagen von Angehörigen. In Haltern fuhren die Fahrzeuge am Joseph-König-Gymnasium vorbei, in dem die Jugendlichen zur Schule gingen. Zahlreiche Menschen mit weißen Rosen und Grablichtern in den Händen drückten am Straßenrand ihre Anteilnahme aus. Unter ihnen waren viele Schüler des Gymnasiums, die sich an den Händen hielten.

Bei der Katastrophe in den Alpen starben alle 150 Menschen. Das Flugzeug zerschellte in den Bergen, nachdem der Copilot absichtlich einen Sinkflug auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf eingeleitet haben soll. Die Halterner Gruppe war auf der Heimreise von einem Sprachaustausch.

Mit Blick auf die vergangenen Wochen kritisierte eine Therapeutin aus dem Betreuerteam der Hinterbliebenen, dass für die Angehörigen ein zentraler Ansprechpartner fehle: "Es gibt eine Sache, die eindeutig schiefgelaufen ist", sagte Sybille Jatzko der "Berliner Zeitung". Es fehle ein Ombudsmann, bei dem die Informationen gebündelt würden und der sie dann verbreite, damit alle Hinterbliebenen den gleichen Nachrichtenstand hätten.

Die Angehörigen hätten nicht die Kraft, sich selbst um alles zu kümmern. "Nach dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg gab es so einen Ansprechpartner, das hat gut funktioniert", sagte Jatzko.

Am Donnerstag treffen Angehörige der Opfer in Paris den leitenden französischen Ermittler Brice Robin. Der Staatsanwalt von Marseille will sie unter anderem über den Stand der Ermittlungen informieren.

sms/dpa