Großbritannien: Mutter eines Schwerbehinderten tot aufgefunden - DER SPIEGEL
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Großbritannien Mutter eines Schwerbehinderten tot aufgefunden

Mysteriöser Tod in der britischen Grafschaft Worcestershire: Dort ist die Mutter eines schwerbehinderten Mannes mit einer Schlinge um den Hals gefunden worden - am Fuße eines Baumes. Von ihrem hilfebedürftigen Sohn fehlt jede Spur.
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London - Am Freitag waren Heather Wardle und ihr Sohn James Hughes in ihrer Heimatstadt Redditch in der britischen Grafschaft Worcestershire das letzte Mal gesehen worden. Die Mutter war offenbar mit den Worten aufgebrochen, sie wolle nur mal schnell um die Ecke zu einer Freundin - doch tauchten weder sie noch ihr 22-jähriger Sohn jemals auf. Erst am Samstagmorgen meldete ihr langjähriger Lebensgefährte Brian Kirby die Frau als vermisst, wie die britische "Sun" berichtete.

Am frühen Montagabend fanden schließlich Jugendliche die Mutter: Sie lag laut BBC unter einem Baum im Gestrüpp einer großen Parkanlage, unweit eines Weges und nur wenige Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Wie die Polizei bestätigte, hatte die Tote eine Schlinge um den Hals. Die Todesumstände seien noch "ungeklärt". Eine am Dienstag durchgeführte Obduktion soll Licht ins Dunkel bringen, die Ergebnisse stehen aber noch aus. Wie die "Sun" meldet, hat die 39-Jährige Frau keinen Abschiedsbrief hinterlassen.

"Wir sprechen immer noch mit der Familie und Freunden, mit Weggefährten und Nachbarn, um uns ein Bild von dem Leben der Familie machen zu können. Vor allem versuchen wir herauszufinden, wann beide zuletzt gesehen wurden - entweder alleine oder zusammen", sagte Jane Horwood, Kommissarin bei der West Mercia Polizei, die für die Grafschaft Worcestershire zuständig ist.

Von James Hughes fehlt nach wie vor jede Spur. Der schwerbehinderte junge Mann wurde am Sonntag 22 Jahre alt. Seine geistige Entwicklung entspricht jedoch der eines 18 Monate alten Kindes. Er leidet unter Epilepsie, ist für längere Strecken auf einen Rollstuhl und rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. "Er kann nicht selbstständig essen, nicht einmal seiner Umwelt kommunizieren, dass er Hunger hat", sagte Horwood. Und höre normalerweise auch nicht auf seinen Namen.

Die Fahndung läuft weiter auf Hochtouren: Mehrere Polizisten und Helikopter suchen die Umgebung ab, an der Heather Wardle tot aufgefunden worden war. Es ist ein Wettkampf gegen die Zeit: "Er benötigt Medikamente für seine Epilepsie, sonst bekommt er Anfälle", sagte Horwood, "Er braucht Pflege rund um die Uhr und wir machen uns große Sorgen um seine Sicherheit."

Laut "Sun" glauben Bekannte der toten Mutter nicht, dass sie ihren Sohn getöt hat und dann seine Leiche verschwinden ließ. Heather habe James ihr Leben gewidmet, sagten Freunde. Aber rund um die Uhr für ihn verfügbar sein zu müssen, habe sie auch sehr entkräftet. "Wir können uns vorstellen, unter welcher enormen Anspannung Heather stand", sagte auch die Kommissarin der britischen Zeitung.

Der Vater von James, Paul Hughes, sagte am Dienstagabend, er sei "krank vor Angst". Er fürchte, dass Heather Selbstmord begangen hat, berichtet die "Sun". "Ich hatte keine Ahnung, dass sie so etwas tun würde", sagte der 41-Jährige der "Sun". Heather Wardle sei eine tolle Mutter gewesen.

bel/Reuters