Dammbruch nach "Harvey" Behörden in Texas ordnen Evakuierung an
Wegen der starken durch den Tropensturm "Harvey" verursachten Regenfälle ist im County Brazoria im US-Bundesstaat Texas ein Damm gebrochen. Die Verwaltung des Kreises südlich von Houston rief die Anwohner tiefer gelegener Gegenden dazu auf, sich schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen. "Sofort raus jetzt!!", schrieben die Beamten auf Twitter. Der Damm an den Columbia-Seen südlich der Millionenstadt habe unter dem Druck der Wassermassen nachgegeben.
Der Verwaltungschef von Brazoria County, Matt Sebesta, sagte in einem Fernsehinterview: "Sie müssen herauskommen und das höher gelegene Angleton aufsuchen." Ein Richter habe eine verbindliche Evakuierungsanordnung für alle Anwohner erlassen, teilte der Landkreis mit. In der Gegend stehen weite Landstriche unter Wasser. Zahlreiche Flüsse traten bereits über die Ufer, mit Texas und Louisiana gilt in zwei US-Bundesstaaten der Katastrophenzustand.
— Brazoria County (@BrazoriaCounty) August 29, 2017
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Angleton und die Columbia-Seen liegen etwa 80 Kilometer von Houston entfernt - nahe dem Fluss Brazos. Es gebe nur eine einzige Straße, über welche die betroffene Gegend verlassen werden könne - und auch diese Straße könnte bald überschwemmt sein. Wie viele Menschen von dem Aufruf betroffen sind, ist offen.
Die Behörden empfahlen, eine Notunterkunft im Landkreis Bell anzusteuern - in rund 370 Kilometern Entfernung. Bereits am Montag hatte etwa bereits das County Fort Bend an der Küste Texas verpflichtende Evakuierungen angeordnet.
Tropensturm "Harvey": Land unter und kein Ende
Houstons Bürgermeister Sylvester Turner hatte derweil seine Entscheidung verteidigt, die Einwohner nicht zum Verlassen der Stadt aufgerufen zu haben. Er verwies auf die Folgen der Evakuierung vor dem Hurrikan "Rita" 2005, bei der mehr als hundert Menschen starben.
In der Stadt kamen bislang mehr als 9000 Menschen in einem Kongresszentrum unter. Wegen der hohen Zahl an Hilfesuchenden bekomme nicht jeder ein eigenes Bett. Wer um Unterkunft bitte, werde registriert und mit Essen, Decken, Handtüchern und Kleidung versorgt, teilte das Rote Kreuz mit.
Bürgermeister Turner kündigte an, nach weiteren Plätzen zu suchen. Nach Einschätzung der Behörden könnte der Sturm in dem ganzen Bundesstaat bis zu 30.000 Menschen obdachlos werden lassen. Meteorologen rechnen auch für die kommenden Tage mit starkem Regen in Texas und Louisiana.